Geretsried ist gefühlt eine einzige Baustelle. An vielen Ecken und Enden wird gebaggert und gemauert. In einer Serie blicken wir hinter die Bauzäune. Heute: mit dem Bauhelm durchs PulsG am Karl-Lederer-Platz.
Geretsried – Die Aussicht aus dem sechsten Obergeschoss passt schon mal. Auch wenn an diesem Tag ein paar Wolken die Berggipfel verdecken, besteht kein Zweifel: Da wird es sich mal gut aushalten lassen. Noch stört das Baugerüst den Blick, und auch auf dem Balkon fehlt noch der Feinschliff. Doch auf der Großbaustelle des Wohn- und Geschäftsgebäudes PulsG arbeiten Handwerker fleißig daran, das zu ändern.
Hier am Karl-Lederer-Platz entstehen 66 Mietwohnungen, Gewerbeflächen, unter anderem für einen Edeka-Supermarkt und in der Beletage darüber für die Sparkasse, sowie eine Tiefgarage. Als Investitionssumme nannte Reinhold Krämmel vom gleichnamigen Bauunternehmen bei der Grundsteinlegung eine Summe von weit über 20 Millionen Euro für das Projekt.
Die Großbaustelle verlangt von allen Beteiligten Konzentration. Die Wohnungen sollen heuer fertig werden. „Das wird eng, ist aber noch möglich“, sagt Hubert Rott, Bauleiter für den Innenausbau. Neben ihm gibt es drei weitere Bauleiter und einen Projektleiter. Das zeigt die Dimension des Vorhabens. „Umso größer eine Baustelle ist und je mehr Gewerke involviert sind, desto komplizierter ist es“, so Rott.
Auf der Baustelle hängt vieles zusammen. Während im zweiten Stock schon die Türrahmen eingebaut und die Fliesen verlegt sind, müssen die Wände der Bäder oben noch auf ihren Einbau warten, weil zuerst Leitungen verlegt werden müssen. Die Badewannen stehen übergangsweise in den Küchen. Alle Arbeiten sind genau getaktet. „Wir werden unten schon mit der Feinreinigung beginnen, wenn wir oben noch bauen“, sagt Rott.
Der Grundriss der Wohnungen ist schon überall zu erkennen. Die Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen haben offene Küchen, teilweise Abstellkammern und separate WCs. „Die Vermarktung läuft sehr gut, es sind nur noch wenige Wohnungen frei“, teilt Veronika Brand, bei der Firma Krämmel zuständig für Marketing und Kommunikation, mit. Hauptsächlich große Wohnungen mit 80 bis 130 Quadratmetern wären noch frei. Die Mietpreise liegen zwischen 1200 und 2100 Euro. Gemeinsam haben die Wohnungen die großzügigen Fenster, die hellen Räume und die Loggien, deren Wände mit sogenanntem Alucobond verkleidet werden. Das dunkle Material schimmert Gold in der Sonne.
Auf jeder Etage gibt es 14 Wohnungen. Für den Laien sind die Flure verwirrend – zwischen den gleich weißen Wänden geht es durch die gleich weißen Türrahmen. Bauleiter Hubert Rott steigt gekonnt durch das halbfertigen Treppenhaus – ebenso wie die Bauarbeiter. Den Aufzug, der bereits in einem überdimensionalen Schacht neben diversen Leitungen und Röhren eingebaut wurde, darf noch niemand benutzen. In dem Hauptschacht konnte man anfangs bis in den Keller sehen – nun ist er voller Technik.
Material wird außen über einen Gerüstaufzug hinaufgeschafft. Apropos Gerüst: Es verdeckt derzeit noch die Fassade des PulsG. Im September soll es aber abgebaut werden, damit der Karl-Lederer-Platz wiederhergestellt werden kann – bis an die Hausmauer. Woche für Woche verändert sich die Baustelle in der „Neuen Mitte“ und zeigt immer mehr von dem Gebäude, das Architekt Klaus Kehrbaum geplant hat.
sw
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