Nach zweieinhalb Jahren Baustelle

Eröffnung am Karl-Lederer-Platz: Händler können (bald) aufatmen

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Der Karl-Lederer-Platz im Dezember 2019. Am Donnerstag wurde der Edeka im „PulsG“ eröffnet, auch die Tiefgarage kann nun genutzt werden.

Die Geschäfte am Karl-Lederer-Platz haben in den vergangenen zweieinhalb Jahren stark unter der Baustelle vor ihrer Ladentür gelitten. Auch wenn diese noch nicht ganz verschwunden ist, sind die Händler erleichtert. Das Gröbste ist geschafft.

Geretsried Eigentlich sollte der umgestaltete Karl-Lederer-Platz am 30. November mit einem großen Fest eröffnet werden. Aber „welche Baustelle läuft nach Plan?“, fragt Sarah Ulbrich. Immerhin ist die „Neue Mitte“ nun nahezu fertig. Vor der Tür des gleichnamigen Buchladens pflanzen gerade Landschaftsgärtner Feldahorn, Gleditschie und Kupfer-Felsenbirne. Im neuen Einkaufsmarkt „EdekaImPuls“ schnüren Mitarbeiter Nikolaussäckchen und räumen die letzten Frischwaren ein. Dazwischen stehen schon die Buden für den Christkindlmarkt am Wochenende.

Der Bitumen-Bodenbelag kann allerdings wegen der Kälte nicht mehr heuer aufgebracht werden, und auch der Wasserfilm wird erst im Frühjahr fließen. „Wenn der Platz komplett fertig wäre, wäre es natürlich noch schöner, aber wir freuen uns, dass die Parkplatzsituation mit der Tiefgarage etwas entspannter wird“, sagt Ulbrich. Das Parken war eins der großen Probleme für ihre Kunden. „Manchen Stammkunden war es zu kompliziert, andere können einfach nicht so weit laufen“, sagt die Buchhändlerin. Dreck und Lärm der Baustelle seien verkraftbar gewesen, dass die Laufkundschaft sehr reduziert war aber nicht. „Ich gehe davon aus, dass wir jetzt wieder mehr Frequenz haben.“

Während Ulbrich den Blick aus dem Schaufenster „gewöhnungsbedürftig“ findet, ist Josef Frankenberger damit sichtlich zufrieden. „Das war die Anstrengung wert“, sagt der Goldschmied. Ihm gefalle das neue Zentrum von Anfang an gut. „Ich denke, dass es ganz toll wird“, so Frankenberger.

Eine Tür weiter findet sich noch ein fröhliches Gesicht. Hier hat Katrin Stirl den Laden, vormals „Das kleine Schwarze“, übernommen und vor zwei Wochen „Lotto im neuen Zentrum“ eröffnet. Ein Glücksgriff für Stirl, die an der Egerlandstraße Platz für die nächste Baustelle machen musste. „Ich bin froh, dass ich was an dem Standort gefunden habe.“

Zwischenzeitig verlief der Bauzaun direkt vor den Scheiben der Geschäfte am Karl-Lederer-Platz. Inzwischen bleibt dort wieder Luft zum Atmen. „Wir sind erleichtert und glücklich, dass man ein Ende sieht“, sagt eine Mitarbeiterin von Apollo-Optik, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Im Moment wirke das moderne Haus gegenüber noch wie ein Riesenklotz. „Aber wenn es belebt ist, ist es auf jeden Fall eine Aufwertung von dem Ganzen hier.“

Ganz hinten ins Eck der Baustelle zur Hofpfisterei verirrte sich nur, wer seinen Brothunger gezielt dort stillen wollte. Das spürte Filialleiterin Ursula Bergmann in den vergangenen zweieinhalb Jahren deutlich. „Die Laufkundschaft war gleich null, besonders heuer“, sagt sie. Jetzt wo der Bauzaun des benachbarten „Centrum20“ verschwunden ist, läuft das Geschäft wieder an. „Die ganze Woche ist es schon besser“, berichtet Bergmann. Sie findet gut, dass der Christkindlmarkt und der Grüne Markt nun wieder vor der Bäckerei stattfinden werden. Auch die „Neue Mitte“ sieht sie positiv. „Es gefällt mir besser als erwartet.“ Konkurrenz durch den Backshop im Edeka befürchtet sie nicht. „Die haben Kaffee, wir sind mehr die Brotfiliale.“

An der Schnittstelle zur Egerlandstraße sieht es mit Leitbaken und Baumaterial noch immer etwas wüst aus. Auch gehen Fußgänger weiterhin über einen Laufsteg zu C & A und Waldmanns Café-Lounge. Betreiberin Jutta Waldmann hofft, dass die restlichen Baustellenteile bald wegkommen und sie wieder zum normalen Betrieb übergehen kann. Durch die Baustelle fielen Plätze im Außenbereich weg, und Waldmann musste die Öffnungszeiten reduzieren. „Das Team hat das Café in dieser Zeit aufrecht erhalten“, sagt Waldmann. Noch kann sie sich den Ausblick aus der Lounge nicht richtig vorstellen. Aber wenn der so wird, wie es die Visualisierung der Stadt verspricht, „finde ich es sehr, sehr schön. Ein moderner Innenstadttouch.“

sw

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