Gedenkveranstaltungen in Planung

Geretsrieder Geld für Wolfratshauser Vereine ? Diskussion im Ausschuss

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75 Jahre Todesmarsch: Zum Gedenken plant der Historische Verein einen Gedenkzug vom Mahnmal in Buchberg zum Badehaus in Waldram.

Zwei Gedenkveranstaltungen wollen zwei Wolfratshauser Vereine 2020 ausrichten und baten die Stadt Geretsried um einen Zuschuss. Im zuständigen Ausschuss sorgte das für Unklarheit.

Geretsried – Geretsried bezuschusst die Veranstaltungen „Gedenken an den 75. Todesmarsch“ und „75 Jahre DP-Lager Föhrenwald“ mit je 5000 Euro. Den entsprechenden Anträgen stattzugeben, fiel dem Stadtratsausschuss für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport diese Woche allerdings äußerst schwer. Denn: Das Geld geht an Vereine in der Nachbarstadt, und deren Kalkulation machte das Gremium misstrauisch.

In seiner Sitzung im September hatte der Ausschuss die Entscheidung bereits zurückgestellt. Man wollte abwarten, was Wolfratshausen zuschießt (wir berichteten). Nun berichtete Rathausmitarbeiterin Anita Zwicknagl: Der Historische Verein Wolfratshausen und der Verein Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald bekommen von der Flößerstadt je 5000 Euro – ebenso viel hatten sie in Geretsried beantragt. Es gebe Überschneidungen bei den Plänen, so Zwicknagl. Einen Unterschied bei den Gedenkveranstaltungen gebe es aber dahingehend, dass der Historische Verein Zeitzeugen einfliegen lassen wolle und der Badehausverein eine Fotoausstellung plane.

„Ich fühle mich ein kleines bisschen vorgeführt“, sagte Kulturreferent Hans Ketelhut (CSU). Er befürwortete, den Badehaus-Verein zu unterstützen, wo die Stadt Geretsried Mitglied ist. Er stimmte allerdings gegen den anderen Antrag. In den Unterlagen sehe es so aus, als würden zwei Vereine für dieselbe Veranstaltung das gleiche Geld verlangen. Auch Karin Schmid (CSU) fragte sich, warum in beiden Kostenkalkulationen etwa 400 Euro für die Miete der Aula in St. Matthias veranschlagt sind. „Sind es 800 Euro und die Vereine haben sich die Summe schon geteilt oder werden wir hier über den Tisch gezogen?“

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Bürgermeister Michael Müller (CSU) sah dieses Problem nicht. „Die Originalbelege müssen bei der Abrechnung vorgelegt werden, eine doppelte Förderung ist ausgeschlossen“, versicherte er. Der Rathauschef sprach sich deutlich für die Unterstützung beider Vereine aus. Der Historische Verein plant einen Gedenkzug vom Denkmal in Buchberg – also Geretsrieder Flur – nach Waldram. „Das ist keine Wolfratshauser Sache, das betrifft uns alle“, so Müller.  In diesem Fall seien eben Wolfratshauser Vereine federführend, doch es handle sich um gemeinsame Veranstaltungen.

„Wenn es gemeinsame Veranstaltungen sind, kann ich mitgehen, ansonsten sollten wir an unsere Bürger denken“, urteilte Sabine Lorenz (CSU). Edith Peter (SPD) bemühte den alten Streit zwischen den beiden Städten als Grund für die Diskussion und kritisierte die Zusammenarbeit des Kulturamts mit den Wolfratshauser Vereinen. „Ich möchte doch um mehr Informationsfluss bitten“, sagte Peter. Dazu Müller: „Unsere bisherige Zusammenarbeit ist von Gemeinschaft geprägt.“

Vera Kraus (FW) konnte die Diskussionsrichtung nicht nachvollziehen und betonte, es sei wichtig, die Veranstaltungen zu unterstützen. „Das ist weder ein Geretsrieder noch ein Wolfratshauser Thema. Es ist ein deutsches Thema“, sagte die Stadträtin.

Vereine kündigen zwei Veranstaltungen an

Der Historische Verein Wolfratshausen und der Verein Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald planen 2020 zwei unterschiedliche Veranstaltungen. Das stellt Dr. Sybille Krafft, Vorsitzende beider Vereine, im Gespräch mit unserer Zeitung klar. Zum Gedenken an den Todesmarsch vor 75 Jahren plant der Historische Verein am 2. Mai einen Gedenkzug vom Mahnmal in Buchberg zum Badehaus in Waldram. Die Veranstaltung werde in Kooperation mit dem Badehausverein und den Städten Geretsried und Wolfratshausen organisiert. Die Gedenkveranstaltung zu 75 Jahre DP-Lager Föhrenwald findet am 18. Oktober in St. Matthias statt. Sie werde wiederum vom Badehausverein in Kooperation mit dem Historischen Verein und beiden Städten ausgerichtet.

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