Das ganze Jahr feiert die Musikschule mit Veranstaltungen, Konzerten und einem Musical. Sie besteht seit 40 Jahren. Einiges hat sich im Laufe der Jahre verändert - doch ihre Bedeutung bleibt.
Geretsried – Die Musikschule Geretsried feiert heuer 40. Geburtstag. Wolfgang Schiwietz ist von Anfang an dabei gewesen. Unendlich scheinen die Erlebnisse zu sein, von denen er aus dieser Zeit berichten kann – allesamt positiv. „Die 40 Jahre sind ganz schnell vergangen. Es war eine pure Freude“, sagt der Lehrer im Gespräch mit unserer Zeitung.
An ein Chorprojekt an der Franz-Marc-Schule erinnert sich Schiwietz besonders gerne. „Es war fantastisch, wie die Kinder mitgemacht haben und welche Erfolge sie erzielt haben“, erzählt er. Musik – Klavier und Gesang sind seine Schwerpunkte – ist Schiwietz’ Leben. Und diese Leidenschaft gibt er in der Musikschule weiter. „Ich gehe fröhlich hinein und noch fröhlicher wieder hinaus.“ Daran hat sich in den vergangenen 40 Jahren nichts geändert.
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Auch die beliebtesten Instrumente – Gitarre und Klavier – sind gleich geblieben. Ansonsten hat sich die Musikschule aber stark entwickelt, seit
sich Eltern, maßgeblich Ingrid Obser und Marianne Klaus, für deren Gründung eingesetzt haben. Weil die Stadt aus finanziellen Gründen nicht die Trägerschaft übernehmen konnte, riefen im Jahr 1979 rund 70 Eltern einen Verein ins Leben. Die Lehrer und ihre Schüler musizierten überall in der Stadt. Schiwietz war für den Bereich um den Karl-Lederer-Platz zuständig. Bevor die Musikschule eigene Räume bekam, fand sie zunächst in der alten Adalbert-Stifter-Schule, heute Stadtbücherei und Jugendzentrum, und später gegenüber in der damaligen Hauptschule Unterschlupf.
Einem undichten Dach ist es zu verdanken, dass Unterricht, Proben, Konzerte und Verwaltung heute ein eigenes Zuhause haben. „Bei Konzerten in der Aula mussten wir Eimer aufstellen, um die Tropfen zu sammeln“, erinnert sich Sabine Beyer. Die musikalisch-pädagogische Leiterin arbeitet seit 30 Jahren für die Musikschule. Statt nur ein neues Dach zu bauen, stockte die Stadt für die Musikschule die Adalbert-Stifter-Hauptschule auf. 1996 wurde Eröffnung gefeiert. „Das war ein Riesenaufschwung für die Musikschule“, sagt Beyer. Die eigenen Räumlichkeiten hätten das Miteinander enorm gefördert.
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Aktuell plant die Stadt die Sanierung und Erweiterung der Adalbert-Stifter-Mittelschule. Die Bauarbeiten werden von der Musikschule nicht unbemerkt bleiben. Große Sorgen machen sich Schulleitung und Vorstand darüber aber noch nicht. „Das lassen wir auf uns zukommen, und es wird sich sicher eine Lösung finden“, sagt Beyer. „Die Stadt kümmert sich um uns.“
Vor 40 Jahren unterrichteten 15 Lehrer rund 500 Schüler. Beide Zahlen haben sich verdoppelt. 577 Mädchen und 414 Buben lernen heute bei 30 Lehrern Instrumente. „Der Unterricht hat sich sehr verändert“, sagt Beyer. In dieser schnelllebigen Zeit falle es Kindern schwerer, an einer Sache dranzubleiben. „Das Fokussieren geht Kindern ab“, bestätigt Dr. Carmen Rieth, die die Musikschule als Mutter von vier Kindern seit 25 Jahren kennt und seit Kurzem Vorsitzende des Musikschulvereins ist. Doch wenn sie ein Instrument lernen, würde die ganze Familie davon profitieren.
Die Herausforderung der Zukunft sieht Sabrina Schwenger, kaufmännische Leiterin, in der sich verändernden Betreuungssituation. Da meist beide Eltern und Großeltern arbeiten, gehen Kinder oft bis 15 Uhr in die Kita – zulasten der frühkindlichen Förderung an der Musikschule.
Feierlichkeiten
An diesem Sonntag, 14. Juli, feiert die Geretsrieder Musikschule mit geladenen Gästen ihren 40. Geburtstag. Es folgen viele weitere Veranstaltungen, zum Beispiel bereits am Freitag, 19. Juli, um 16 Uhr ein Konzert mit Café Unterzucker. Im Saal der Musikschule wird für Kinder ab sechs Jahren und Erwachsene „mit kindlichem Gemüt“ auf Hochdeutsch und Bairisch gesungen. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Musikschule. Kinder zahlen 4 Euro, Erwachsene 6 Euro und Familien (ein Erwachsener mit eigenen Kindern) 12 Euro.
