Ankündigung am Stammtisch

CSU will Michael Müller erneut nominieren

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Dem amtierenden Geretsrieder Bürgermeister Michael Müller wird man wohl auch bei der nächsten Kommunalwahl seine Stimme geben können.

Die CSU will mit dem amtierenden Bürgermeister Michael Müller in den Wahlkampf ziehen. Das bekräftigte Ortsvorsitzender Ewald Kailberth am Stammtisch im Gasthaus Geiger an. Er bescheinigte Müller die „nötige Kompetenz“.

Geretsried – In Bayern lief es für die CSU im vergangenen Jahr nicht so toll. In Geretsried dagegen blicken die Christsozialen zufrieden auf 2018 zurück und optimistisch auf 2019. Bereits im Februar wollen sie in ihrer Jahresversammlung Michael Müller erneut als ihren Bürgermeisterkandidaten nominieren. Wie berichtet hat Müller in einem Interview mit unserer Zeitung erklärt, für weitere sechs Jahre zur Verfügung zu stehen, wenn die Partei ihn aufstellt. „Wir werden auch zeitig eine Stadtratsliste zusammenstellen“, kündigte der CSU-Ortsvorsitzende und Fraktionssprecher Ewald Kailberth beim letzten Stammtisch im alten Jahr im Gasthaus Geiger an. Michael Müller bescheinigte er die „nötige Kompetenz“, um die großen Zukunftsaufgaben B11-Verlegung, S7-Verlängerung, Zentrumsentwicklung und Fertigstellung des Hallenbads zu meistern.

Als Volkswirt habe Müller stets die finanzielle Situation der Stadt im Blick und könne bei komplizierten Ausschreibungsverfahren das Beste herausholen, ergänzte Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl. Der Unternehmer und Wirtschaftsexperte innerhalb der Geretsrieder CSU warnte: „Noch haben wir fette Jahre. Aber es werden auch wieder magere kommen.“ Der Stadtrat müsse sich künftig mehr und mehr auf Experten verlassen, so Meinl. Nur so könnte man Probleme wie die Verkehrsführung rund um das geplante Wohngebiet auf dem ehemaligen Lorenz-Areal mit rund 750 Wohnungen lösen. Meinl: „Das Vertrauen in die Sachkunde ist der Sauerstoff, in dem unsere komplexe Gesellschaft leben muss.“ 

Bürgermeister Michael Müller

Selbst in der Hand habe es die Kommune hingegen, das Gewerbe vor Ort zu stärken. Geretsried verfüge über viele kleine Betriebe, es gebe keine Monostrukturen. In dieser Hinsicht sei man „Vorbild für die Welt“, so der Dritte Bürgermeister. Mit der Schaffung von Gewerbegebieten, wie gerade in Gelting-Ost, erhalte man diese gesunde Struktur.

Sorgen bereitet der CSU der Fachkräftemangel. Wirtschaftsreferent Volker Reeh sagte, Handwerk besitze heute mehr goldenen Boden als vor 40 Jahren. Gute schulische Leistungen seien jedoch Voraussetzung, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Der Landkreis, so Reeh, gebe zum Glück viel Geld aus, um seine Schulen in Schuss zu halten und um Schüler zu fördern. Geretsried investiere in Schulsozialarbeiter und demnächst in die Sanierung und Erweiterung der Mittelschule an der Adalbert-Stifter-Straße.

Alexander Totzauer, stellvertretender Vorsitzender der Jungen Union im Landkreis, sieht die Mittelschule dagegen auf dem absteigenden Ast. Seine Freunde würden alle studieren, um sich „einmal etwas leisten zu können“, sagte er. Von einem Lehrlingsgehalt könne man in der Region kaum die Miete für eine eigene Wohnung bezahlen, geschweige denn Wohneigentum erwerben, meinte der Student.

Partei-Neumitglied Dr. Josef Orthuber widersprach, dass eine akademische Bildung nicht alles sei. Es dauere sehr lange, bis man Geld verdiene. Oft absolviere man nach dem Studium ein Praktikum nach dem anderen. „Wenn jemand Lust auf einen Handwerksberuf hat, sollte er das machen“, ermuntert der Arzt junge Menschen. Meinl sieht nur Vorteile für die Region darin, wenn es genügend Nachwuchs an Bäckern, Metzgern, Schreinern und anderen Handwerkern gibt.

Auf die Frage von Stammtisch-Besucherin Lena Gneist, warum Deutschland arbeitswillige und schon ausgebildete Asylbewerber wieder nach Hause schicke, antwortete Jurist Meinl, man könne Gesetze nicht einfach neu auslegen: „Wenn kein Asylgrund vorliegt, muss abgeschoben werden.“ Tanja Lühr

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