3 Fragen an Bernhard Bayer

Grundwasserstand wird in den nächsten Jahren bestenfalls stagnieren

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Grundwasser ist extrem wichtig. In den nächsten Jahren ist mit sinkenden Pegeln zu rechnen.
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Die Sommer werden in den nächsten Jahren wohl noch heißer und trockener als der gegenwärtige. Die Stadtwerke sind auf dieses Problem eingestellt.

Geretsried - Es ist ein extrem trockener Sommer. Mancherorts haben Städte ihre Bürger bereits aufgefordert, Wasser zu sparen. Die Haushalte in Geretsried und Königsdorf werden aus dem Wasserschutzgebiet im Ortsteil Wiesen versorgt. Seit 2017 wird das Wasser in einer Ultrafiltrationsanlage aufbereitet. Reicht das Wasser in Zeiten wie diesen? Und ist es sauber? Bernhard Bayer, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke, beantwortete die Fragen von Redakteurin Susanne Weiß.

Herr Bayer, ist angesichts der Trockenheit heuer noch genug Grundwasser in Königsdorf-Wiesen?

Bernhard Bayer: Der Grundwasserstand ist momentan niedrig, aber eine Aussage für das restliche Jahr kann Mitte August noch nicht getroffen werden. In unserem Gebiet sind wir sehr von kurzfristigen Niederschlagereignissen abhängig, und der Grundwasserstand unterliegt bei uns erheblichen Schwankungen. Sicher ist jedoch, dass bis zum Jahresende noch durchaus nennenswerte Niederschläge nötig sind. Andernfalls sind Engpässe hier durchaus wahrscheinlich.

Bernhard Bayer

Leidet die Sauberkeit des Trinkwassers, wenn wenig bis kein frisches Regenwasser in die Erde nachfließt?

Bernhard Bayer: Ein Zusammenhang ist hier zwar bei bestimmten hydrogeologischen Umständen vorstellbar, aber ein solcher konnte bei uns noch niemals festgestellt werden. Auch in der Vergangenheit konnte bei längeren Trockenphasen kein Einfluss auf die Sauberkeit festgestellt werden. Ohnehin wurde auch im Rohwasser – noch vor der Filtrierung – über sehr lange Zeit keinerlei Grenzwertüberschreitung festgestellt.

Blick in die Zukunft: Machen Sie sich Sorgen um die Wasserversorgung für Geretsried und Königsdorf?

Bernhard Bayer: Es ist davon auszugehen, dass der Grundwasserstand in den nächsten Jahren im Durchschnitt bestenfalls stagniert. Angesichts eines weiter steigenden Bedarfs aufgrund wachsender Einwohnerzahlen ist dies natürlich ein zukünftiges, aber bereits angegangenes Problemfeld.

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