Eishockey als Ganzjahressport

ESC-Kapitän Martin Köhler im Interview: Wie sein Team die Sommerpause überbrückt

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Geht immer mit gutem Beispiel voran: Kapitän Martin Köhler (vorne), der mit dem Geretsrieder Eishockeyteam in der vergangenen Woche mit der Vorbereitung auf die kommende Bayernliga-Saison begonnen hat.
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Eishockey hat sich zum Ganzjahressport entwickelt, auch im Sommer müssen die ESC-Spieler Gas geben. Wie sie die Zeit bis zum Saisonstart überbrücken, erzählt ESC-Kapitän Martin Köhler.

Geretsried – Längst schon hat sich Eishockey vom Winter- zum Ganzjahressport entwickelt. Natürlich wird im Sommer in den unteren Klassen mangels Eis nicht mit Schlittschuhen und Schläger trainiert. Dafür feilen auch schon Bayernliga-Klubs frühzeitig an ihrer Kondition. Die Geretsrieder River Rats um ihren Trainer Ludwig Andrä haben vor einer Woche das Sommertraining aufgenommen. Wie die Mannschaft die schier endlose Zeit bis zu den ersten Eiszeiten in Bad Tölz Ende August und dem Saisonstart in Geretsried Mitte/Ende Oktober nutzt, darüber sprach Sportredakteur Thomas Wenzel mit ESC-Kapitän Martin Köhler (30).

-Herr Köhler, wie läuft’s im Sommertraining bei den River Rats?

Wir haben vergangene Woche das Training aufgenommen. Es waren immer so 14 oder 15 Mann dabei, einige Teamkollegen sind noch im Urlaub.

-Und wie darf man sich das vorstellen: Dauerläufe durch die Isarauen?

Nein, das Programm, das unser Trainer Ludwig Andrä zusammengestellt hat, ist abwechslungsreich. Dauerläufe gehören dazu, aber auch Kraftzirkel und Intervall-Ausdauer-Übungen.

-Wie sehen die aus?

Man läuft 30 Minuten lang, und zwischendrin wird immer 100 Meter weit gesprintet. Außerdem wurden zu Beginn des Trainings unsere Werte notiert.

-Welche Werte?

Unsere Zeiten beim Sprint. Und das Gewicht.

-Hatte der Trainer dafür extra eine Waage dabei?

(lacht) Nein, diesmal nicht. Wir durften uns daheim wiegen. Alle Daten werden am Ende des Sommertrainings noch mal ermittelt und dann verglichen.

-Hand aufs Herz: Ist das Sommertraining für Sie Spaß oder Quälerei?

(lacht) Da müsste ich lügen, wenn ich sagen würde, dass ich ein großer Freund der Vorbereitung bin. Aber es gehört nunmal dazu, um fit für den Winter zu werden. Und das waren wir in der vergangenen Saison auch bis in die Play-offs gegen Memmingen hinein.

-Wahrscheinlich tut man sich leichter, wenn man auch im Frühjahr für sich selbst Sport betreibt?

Ja, sicherlich. Wir haben einige Jungs im Team, die Fußball im Verein spielen. Und ich habe mich mit einigen anderen dreimal pro Woche im Fitnessstudio getroffen.

-Sie sind einer der Routiniers beim ESC. Wie viele Sommertrainings haben Sie schon hinter sich? Und welcher Trainer hatte das härteste Programm ausgetüftelt?

Ich glaube, es ist meine 12. oder 13. Vorbereitung. Das Training von unserem jetzigen Coach Ludwig Andrä ist schon sehr knackig, aber das hat sich ja letzte Saison für uns ausgezahlt. Und in den Jahren, als wir gemeinsam mit unserem 1b-Team trainiert haben, ist es bei Peter Holdschik oder Christian Ott ordentlich zur Sache gegangen.

-Hört sich jetzt alles nicht so an, als ob Ganzjahres-Eishockey viel Spaß machen würde?

Ach, so schlimm ist es auch nicht. Im Training ist immer viel Spaß dabei. Spätestens, wenn wir zum Ende einer Einheit eine Runde Fußball spielen. Und deshalb freuen wir uns auch schon wieder darauf, am 19. Juli das fast schon traditionelle Freundschaftsspiel beim FC Geretsried bestreiten zu dürfen. tw

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