Das neue Hallenbad kommt die Stadt Geretsried wesentlich teurer als gedacht: Aktuell geht der Stadtrat von Kosten in Höhe von über 16 Millionen Euro aus – gut eine Million mehr als geplant.
Geretsried – Das neue Hallenbad kommt die Stadt Geretsried wesentlich teurer als gedacht. Aktuell geht der Stadtrat von Kosten in Höhe von 16.182.126 Euro für den Bau an der Adalbert-Stifter-Straße aus. Zunächst hatte man mit 15.005.126 Millionen Euro gerechnet. Dass das Projekt über eine Million Euro Mehrkosten verursacht, liegt an der aktuellen Baukonjunktur. „Die Zeiten sind gut und deswegen sind sie für uns momentan schlecht“, brachte es Bürgermeister Michael Müller (CSU) in der Sitzung auf den Punkt.
Der Stadtrat hat sich am Dienstagabend mit dem zweiten Vergabepaket befasst. Bereits in der ersten Runde waren die Kosten um zirka 525.000 Euro gestiegen. Nun kletterten die Preise erneut Gewerk um Gewerk weiter nach oben. Die Ausschreibung für die Estrich- und Fliesenarbeiten zog das Gremium aus diesem Grund sogar zurück. Kosten in Höhe von 598.000 Euro waren dafür eingeplant. Das mit 968.000 Euro günstigere von zwei eingegangenen Angeboten lag damit um 61 Prozent höher. „Damit ist die Finanzierung des Hallenbads nicht mehr gesichert“, stellte Stadtarchitekt Christian Müller fest. Das Gremium folgte einstimmig seiner Empfehlung, die beiden Gewerke zu trennen und noch einmal neu auszuschreiben. Da die Arbeiten erst irgendwann im Frühling nächsten Jahres ausgeführt werden müssten, sei das möglich.
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Anders stellte sich das in Sachen Fenster und Glasfassade dar. „Das brauchen wir zeitig auf der Baustelle, mit den Fristen würden wir in Schwierigkeiten kommen“, argumentierte Christian Müller gegen eine Aufhebung der Ausschreibung. Ohne Fenster könnte kein sinnvoller Ausbau begonnen werden, gab ihm der zuständige Projektsteuerer von Klotz & Partner recht. Aus diesem Grund übernimmt nun die Firma Metallbau Fassadentechnik G. Schneider aus Regensburg die Arbeiten. Sie hatte das einzige Angebot abgegeben, dass mit 488.000 Euro mehr als doppelt so teuer war als erwartet.
Auch die übrigen Gerwerke liegen über den jeweiligen Kostenberechnungen – wenn auch nicht so hoch. Für den Stahlbau beauftragte der Stadtrat die Firma Albrecht & Jäcker aus Wahrenbrück in Brandenburg, die 608.000 Euro verlangt (0,36 Prozent teurer). Die Firma Gerüstbau Obermeier aus Ingolstadt hat ein Angebot in Höhe von 138.000 Euro abgegeben (15 Prozent teurer). Um die Dachabdichtung kümmert sich die Firma Koch Dachtechnik aus dem sächsischen Meerane für 575 000 Euro (36 Prozent teurer). Die Firma Sahin Trockenbau aus Frankfurt am Main wurde für 80.000 Euro mit dem Innenputz beauftragt (17 Prozent teurer) und die Firma Goldhofer aus Andechs mit dem Trockenbau. Sie lag mit einem Angebotspreis von 336 000 Euro sieben Prozent über der Kostenberechnung.
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Der Stadtrat vergab die Aufträge jeweils einstimmig. Laut Stadtarchitekt Müller sind damit drei Viertel der Arbeiten vergeben. Die Mehrkosten, die durch die höher als erwartet ausgefallenen Vergaben entstehen, übernimmt die Stadt Geretsried.
Wie berichtet haben die acht an dem interkommunalen Projekt beteiligten Bürgermeister sowie Landrat Josef Niedermaier im April dieses Jahres die Vereinbarung für die Investitions- und Folgekosten zum Neubau des Schul- und Sporthallenbads unterzeichnet. Darin wurden die Gesamtkosten unter den Partnern aufgeteilt – auf Grundlage der zunächst erwarteten 15 Millionen Euro. sw