Die Planung läuft

Geretsrieder Mittelschule: Bald wird saniert – doch es gibt Anlass zur Sorge

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In die Jahre gekommen ist das Adalbert-Stifter-Haus der Mittelschule. Jetzt will die Stadt die Erweiterung und Sanierung angehen.

Das Adalbert-Stifter-Haus der Geretsrieder Mittelschule soll ab Ende 2019, Anfang 2020 erweitert und saniert werden. Doch vor allem die Grünen sorgen sich um die Musikschule.

Geretsried – Die Bauarbeiten am Adalbert-Stifter-Haus der Mittelschule rücken näher. Unter Umständen könnte Ende 2019, Anfang 2020 mit der Erweiterung begonnen werden, kündigte Stadtarchitekt Christian Müller in der jüngsten Stadtratssitzung an. Diplom-Ingenieur Marcus Scholz vom Büro „Haindl + Kollegen Architekten“ stellte das Konzept vor.

Um den Altbau sanieren zu können, muss wie berichtet zunächst ein Erweiterungsbau zur Auslagerung der Klassen errichtet werden. Dabei stellt sich vor allem die Frage, was während der Sanierungsphase mit der Musikschule im Obergeschoss passieren soll. Marcus Scholz polarisierte mit seiner Feststellung: „Die Musikschule kann während der Baumaßnahme nicht dort bleiben.“

Geplant ist, das Adalbert-Stifter-Haus in Richtung Norden in zwei Bauabschnitten zu erweitern. Die Anbindung an den Altbau erfolgt über einen Erschließungsgang mit Treppenhaus und Aufzug. „Der Neubau wird dreigeschossig, also so hoch wie die Mittelschule mit Musikschule jetzt“, erläuterte Scholz.

Wenn alles nach Plan läuft und der Erweiterungsbau abgeschlossen ist, könnte 2022 mit dem ersten Sanierungsabschnitt angefangen werden, ergänzte Stadtarchitekt Müller. Laut Scholz könnte die Maßnahme ohne Beeinträchtigung der Schülerzahlen durchgeführt werden. Der Grundcharakter der Aula als Zentrum soll erhalten bleiben. Auch die Verwaltung bleibt, wo sie ist. „Es wäre schön, wenn wir bald das Raumprogramm haben, damit wir schnell mit den Fachplanern einsteigen können“, sagte Scholz. Der tatsächliche Bedarf sei noch nicht hundertprozentig geklärt.

„Wo soll die Musikschule denn hin in der Bauphase?“, fragte Dr. Detlev Ringer (Grüne) nach den Ausführungen des Planers. Stadtarchitekt Müller schwächte Scholz’ „gache“ Aussage ab: „Ich denke, dass die Abend- und Nachmittagstunden durchgeführt werden können.“

Man müsse mal ins Gespräch kommen, ergänzte Bürgermeister Michael Müller. „Dass es Beeinträchtigungen geben wird, war uns von Anfang an klar. Wir müssen schauen, dass wir sie für die Musikschule so gering wie möglich halten.“ Der Rathauschef schlug vor, alternativ zu prüfen, den Neubau nicht in zwei Bauabschnitten, sondern gleich in einem zu errichten. Dann könnte die Musikschule während der Sanierungsphase umziehen.

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Auf die Frage von Volker Reeh (CSU), ob eine weitere Aufstockung der Schule möglich ist, erklärte Scholz, dies wäre belichtungstechnisch und städtebaulich schwierig. Außerdem sei eine Viergeschossigkeit für den Schulbetrieb schwierig. „Da muss man sich die Grundsatzfrage stellen, ob eine vierzügige Schule ausreichend ist und ob eine Siebenzügigkeit an dem Standort mit begleitenden Fach- und Verwaltungsräumen sinnvoll ist.“ Damit spielte er auf die Überlegung an, am Standort Adalbert-Stifter-Straße auch die Mittelschul-Klassen aus dem Karl-Lederer-Haus unterzubringen.

Volker Witte (Grüne) kritisierte, dass für die Erweiterung an der Nordseite des Schulhauses Bäume gefällt werden müssen. „Der Buchenwald ist an dieser Stelle aber sehr licht“, beschwichtigte Stadtarchitekt Müller. Bürgermeister Müller ergänzte: „Wenn wir den Standort erhalten wollen, ist der Kompromiss wohl der saure Apfel, in den wir beißen müssen.“ Abgeschlossen wären Erweiterung und Sanierung laut Stadtarchitekt Müller Ende 2024, Anfang 2025. sw

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