VonSusanne Weißschließen
Die Stadt ordnet das Gewerbegebiet-Süd neu. Dabei spielen Erweiterungspläne der Firma Rudolf Chemie eine Rolle. Der Dieselweg könnte zur Sackgasse werden.
Geretsried – Der Dieselweg im südlichen Gewerbegebiet könnte auf Höhe der Firma Rudolf Chemie unterbrochen und von beiden Seiten zur Sackgasse werden. Dieser Vorstoß lag am Dienstag im Entwicklungs- und Planungsausschuss des Stadtrats erstmals öffentlich auf dem Tisch. Bis auf Franz Wirtensohn (CSU) stand das Gremium dem Konzept des Planungsverbands (PV) Äußerer Wirtschaftsraum München aufgeschlossen gegenüber.
Das Büro macht sich im Auftrag der Stadt Geretsried Gedanken über die Entwicklung des Gewerbegebiets südlich der Sudetenstraße. Der Bereich zwischen Bunsenweg und Jeschkenstraße soll entsprechend dem Gewerbeentwicklungskonzept sinnvoll nachverdichtet werden. „Ziel ist der Erhalt bereits bestehender Betriebe und die Attraktivitätssteigerung zur Ansiedlung von vielfältigen Wirtschaftszweigen insbesondere von emissionsintensivem, produzierendem Gewerbe“, fasste Susanne Ermer vom Bauamt zusammen.
Geretsried: Rudolf Chemie will erweitern - Dieselweg könnte Sackgasse werden
Bis auf ein Eck sei das Gebiet überplant, allerdings seien die Bebauungspläne teils über 30 Jahre alt, erläuterte Andre Krimbacher. „Sie könnten vereinheitlicht werden“, so der Umweltplaner des PV. Für manche Grünflächen sollen Nachpflanzungen angeordnet werden. Es gebe auch gewisse Nachverdichtungsmöglichkeiten und dazu eine konkrete Anfrage. „Die Firma Rudolf will erweitern“, berichtete Krimbacher.
Das Problem: Die dazu geeignete Fläche, aktuell als Parkplatz genutzt, liegt auf der anderen Straßenseite des Dieselwegs. Das Chemieunternehmen müsste aufwendige Schutzvorkehrungen treffen, um die zu verarbeitenden Stoffe über die öffentliche Fläche von einem Gebäude zum anderen transportieren zu können. „Das ist im Betriebsablauf nicht möglich“, sagte Krimbacher.
Dieselweg in Geretsried: Etwa 100 Fahrzeuge am Tag müssten Sperrung ausweichen
Die Lösung: Der Dieselweg soll geteilt werden und von der Sudeten- und der Jeschkenstraße aus jeweils als Sackgasse enden. „Alle Grundstücke wären weiter anfahrbar“, so der Umweltplaner. Zudem müsste ein Wendehammer gebaut werden, „falls sich doch mal ein Lkw dorthin verirrt“. Laut Verkehrsgutachten würde die Sperrung etwa 100 zusätzliche Fahrzeuge für die Altvater- und die Jeschkenstraße bedeuten. „Das wird als nicht gravierend bewertet“, so Krimbacher.
Franz Wirtensohn zeigte sich überrascht von den Plänen. Bei einem Ortstermin sei keine Rede davon gewesen. „Wir können doch nicht einfach die Straße sperren“, echauffierte sich der CSU-Stadtrat. Einer anderen Firma habe man entsprechende Pläne nicht erlaubt. „Gleiches Recht für alle.“
Stadt könnte Abschnitt des Dieselwegs verkaufen oder umwidmen
Der Verkehr auf dem Dieselweg halte sich in Grenzen, gab Stadtbaurat Rainer Goldstein zu bedenken. „Das Gewerbegebiet Geretsried-Süd stand immer vor der Frage, wie viele Nebenerschließungen notwendig sind.“ Die anderen Ausschussmitglieder empfahlen dem Stadtrat, den Billigungsbeschluss zu fassen und den Bebauungsplanentwurf öffentlich auszulegen. Vize-Bürgermeisterin Sonja Frank (Freie Wähler) sagte, sie fände es wichtig, sich die Situation anzuschauen. „Wir wollen nicht überall Industriegebiet haben, aber an der Stelle ist es, und es gibt die Möglichkeit zur Erweiterung“, argumentierte sie.
Martin Huber (CSU) erkundigte sich, ob es noch eine Handhabe gäbe, wenn die Stadt die Nutzung nun erlauben, aber später doch noch brauchen würde. „Das hängt davon ab, wie Sie es ausgestalten“, meinte Planer Krimbacher. Möglich wäre, die Fläche zu verkaufen oder zu behalten und umzuwidmen.
sw
Info
Der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet südlich der Sudetenstraße und westlich des Bunsenwegs steht auf der Tagesordnung des Stadtrats am Dienstag, 19. Juli. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Ratsstubensaal.
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