Ein üppiges Programm für 160 Gäste: Die Städte Geretsried und Chamalières feiern das 35-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft. Dazu reist am Mittwoch aus Frankreich eine Delegation aus Sportlern, Tänzern, Musikern und Lokalpolitikern an.
Geretsried – Zuerst wird eine Sportlergruppe eintreffen: „25 Franzosen radeln seit vergangenem Mittwoch nach Geretsried“, berichtet Edith Peter, Geschäftsstellenleiterin des Partnerschaftsvereins, in einem Pressegespräch. Der Zweiradtross legt pro Tag etwa 180 Kilometer zurück, um pünktlich zum Beginn des Festprogramms anzukommen.
Das geht am Donnerstag los: Um 9 Uhr ist eine Bustour nach Mittenwald geplant. Am Abend gibt es kulturelle Schmankerl: Im Museum der Stadt Geretsried wird eine Ausstellung eröffnet, die die deutsch-französische Freundschaft in Karikaturen beleuchtet. „Das reicht von Adenauer und de Gaulle bis zu Merkel und Macron“, kündigt Museumsfachkraft und Kulturamtsmitarbeiterin Anita Zwicknagl an. Die Ausstellung soll etwa zwei Wochen zu sehen sein. Im Anschluss besuchen Franzosen und Deutsche ein Konzert in der Karl-Lederer-Grundschule: Cico’s Jazzorchester aus Geretsried und eine Jazz Combo aus Chamalières liefern sich ab 19 Uhr ein Wechselspiel. Edith Peter erwartet „einen fetzigen Abend“.
Am Freitag steht der Sport im Vordergrund: Ab 14 Uhr gibt es gemeinsame Trainingseinheiten von Leichtathleten des TuS Geretsried und Sportlern aus der Partnerstadt. Am Abend beteiligt sich die Delegation am Festzug zur Eröffnung des Waldsommers an der Jahnstraße. „Für unsere Besucher gibt es eine kostenlose Maß und ein Hendl“, sagt Zwicknagel. Gegen 18.30 Uhr setzt sich der Zug von der Egerlandstraße in Richtung Festzelt in Bewegung.
Ein Gastgeschenk wird am Samstag überreicht: Um 9.30 Uhr zeigt Alain Marlet, ein Einwohner der Partnerstadt, die Skulptur „Menschliche Sanduhr“ im Rathaus. Der Franzose stiftet der Stadt das Kunstwerk. „Um was es sich genau handelt, wird erst bei der Enthüllung verraten – es soll eine Überraschung sein“, sagt Peter. Marlet darf sich zum Dank im Goldenen Buch der Stadt eintragen.
Eine „Welturaufführung“ in den Ratsstuben
Danach bleiben die Besucher im Rathaus: Ein Informationsvormittag soll den Franzosen einen Einblick in die Stadtplanung Geretsrieds vermitteln. „Wir wollen ihnen im Sitzungssaal erklären, welche Baustellen wir haben und aufzeigen, welche Projekte noch in der Pipeline sind“, sagt Zwicknagl. Im Anschluss – gegen 13 Uhr – lädt die Stadt ihre Besucher zum Essen ein: Im Gasthof Geiger werden gemeinsame Projekte und Vorhaben besprochen.
Um 16.30 Uhr gibt es in den Ratsstuben eine „Welturaufführung“, wie Peter berichtet. Ein Partnerschaftsorchester, bestehend aus Schülern der Musikschulen beider Städte, spielt erstmals einen besonderen Marsch. Den hat Partnerschaftsvereins-Vorsitzender Gerhard Meinl eigens zum 35. Jahrestag in Auftrag gegeben. Um 19 Uhr beginnt mit der „Soirée de L’Amitié“ in den Ratsstuben der Höhepunkt des Besuchs. Bei Musik und Tanz soll mit einem großen Festabend die langjährige deutsch-französische Freundschaft gefeiert werden. Am Sonntag reisen die Franzosen zurück. Zuvor gibt es einen zweisprachigen ökumenischen Gottesdienst im Festzelt des Waldsommers und ein Weißwurstfrühstück.
Übrigens sind nicht nur Gäste aus Chamalières zu Besuch in Geretsried: Am Freitag kommen Delegationen aus Pusztavám (Ungarn) und Nickelsdorf (Österreich), die bis Sonntag bleiben. Sowohl Chamalières als auch Geretsried unterhalten freundschaftliche Beziehungen zu diesen Städten. Edith Peter freut sich: „Wir haben ein buntes Programm für die Feier zusammengestellt.“ Der Eintritt zu den Konzerten ist jeweils frei.
dst
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