„Ich schreib’, wie mir der Schnabel gewachsen ist“

Wer ist die geheimnisvolle „Josefine“?

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Ihr Arbeitsplatz: „Josefine“ ist für die Stadt tätig. Mehr will die Autorin allerdings nicht preisgeben.
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Sie schreibt über den Winterdienst, die Gelbe Tonne, Feste und Baustellen in Geretsried – und zwar an prominenter Stelle im offiziellen Stadtblatt, das einmal im Vierteljahr erscheint. Wir haben die Autorin zum Interview getroffen.

Geretsried – Gleich nach dem Grußwort von Bürgermeister Michael Müller darf „Josefine“ über das schreiben, was sie bewegt. Wer ist „Josefine“? Das versuchte Redakteurin Doris Schmid herauszufinden.

Hallo Josefine. Sagen Sie, haben Sie auch einen Nachnamen?

Nein, die Josefine ist die Josefine.

Das hört sich ganz nach einem Pseudonym an.

Ja, so könnte man es sagen. Im wahren Leben kennen mich die Geretsrieder unter einem anderen Namen.

Und den wollen Sie uns nach verraten?

(lacht) Eigentlich nicht. Nur so viel: Ich arbeite bei der Stadt Geretsried, bin 47 Jahre alt, verheiratet und Mutter von zwei Söhnen.

Das grenzt das Ganze ja schon ein bisschen ein. Warum wollen Sie uns nicht sagen, wer Sie sind?

Mei, es ist ja so, dass im Rathaus schon immer mal wieder Beschwerden über dieses und jenes eingehen. Das nehm’ ich dann zum Anlass, den Bürger daran zu erinnern, dass er nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten hat. Und eigentlich braucht’s da keine Kommentare dazu, die bestimmt kommen würden, wenn die Leute wüssten, wer ich bin.

Damit liegen Sie wahrscheinlich gar nicht mal so falsch. Woran erinnern Sie die Geretsrieder?

Na ja, im Winter muss man halt vor seinem Haus auch mal Schnee räumen und streuen, und im Sommer die Hecke schneiden. Oder dass in die Gelbe Tonne nur Verpackungsmaterialien gehören. Das versuch’ ich meinen Mitbürgern nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf charmante Art und a bissl bairisch g’färbt zu sagen. Ich schreib’ halt, wie mir der Schnabel gewachsen ist und nach dem Motto: Immer schee g’schmeidig bleib’n.

Geht das alles so bei der Korrektur durch?

(schmunzelt) Bisher ist alles so veröffentlicht worden, wie ich es verfasst habe.

Welche Themen haben Sie noch in petto?

Des hört sich jetzt vielleicht hochtrabend an, aber die Digitalisierung ist so ein Thema, das mir auf den Nägeln brennt.

Das müssen Sie uns näher erklären.

Die Stadt hat ja jetzt eine neue und übersichtliche Homepage, die ist wirklich schön geworden. Das find’ ich positiv. Umständlich geworden ist die Sache mit dem Sperrmüll, den die WGV Quarzbichl abholt. Das muss man jetzt im Internet beantragen. Und wer kein Internet hat, muss dafür auf die Stadtverwaltung gehen. Dann wird die Abholung dort – im Internet – beantragt.

Eines müssen Sie uns zum Schluss noch verraten: Wie sind Sie eigentlich auf den Namen Josefine gekommen?

Als ich geboren wurde, sind drei Lose mit drei Namen in eine Vase gewandert. Die diente quasi als Lostopf, das war die Idee meines Vaters und meiner Geschwister (lacht). Dann ist ein Name gezogen worden, und so heiß’ ich jetzt. Und Josefine war einer der Namen, der auf einem der nicht gezogenen Lose stand. Und: Das ist der Name meiner Taufpatin.

nej

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