Das Geretsrieder Eisstadion bekommt ein Dach. Wegen der Bauarbeiten endet die Saison nun früher als geplant. Den ESC stellt das vor eine Herausforderung.
Geretsried – Wer in diesem Winter noch einmal im Heinz-Schneider-Stadion Eislaufen möchte, muss die Schlittschuhe in den nächsten drei Wochen schnüren. Das Eis an der Jahnstraße wird früher als geplant abgetaut. Bereits ab Montag, 18. Februar, ist das Eisstadion wegen Bauarbeiten geschlossen. Dem ESC bereitet das viele Umstände. Vorsitzender Tommi Stöber nimmt diese aber gerne in Kauf, wie er sagt. „Oberste Priorität hat, dass das Dach Realität wird.“
Wie berichtet wird eine neue Halle über dem bestehenden Stadionrund errichtet. Das Dach musste nach dem Schneechaos 2006 aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Seitdem spielen die River Rats unter freiem Himmel – das soll mit der neuen Saison ein Ende haben. Für insgesamt 6,4 Millionen Euro wird das Stadion umgebaut. Zuvor sind Abbrucharbeiten nötig. Der Zeitplan wird in der nächsten Stadtratssitzung am Dienstag, 29. Januar, vorgestellt.
Der ESC hatte eigentlich vor, die Saison im Eisstadion zu beenden, bevor die Arbeiten beginnen. Am Sonntag, 3. März, sollte das letzte Heimspiel – gegen den ESV Buchloe – stattfinden. Da der ESC und der Stadionverein aber bereits Anfang März alles aus dem Stadion geschafft haben müssen, kommt es anders. „Wir waren uns nicht im Klaren darüber, dass es so früh losgeht“, sagt Stöber. Die Mitglieder brauchen 14 Tage Vorlauf, deswegen mussten einige Termine verschoben werden. „Wir konnten das Heimrecht mit Buchlohe tauschen“, berichtet Stöber. Nun wird das Heimspiel am Freitag, 1. Februar, ausgetragen. Am 3. März fahren die Ratten dafür nach Buchlohe. Auch die Damen- und die Jugendmannschaft muss ausweichen. „Sportlich gesehen ist das ein Nachteil“, gesteht der ESC-Vorsitzende. Die erste Mannschaft trainiert dann in Bad Tölz, wo sie nur noch Belegungszeiten am späten Abend bekommen hat. Und das im Abstiegskampf und ohne den verletzten Verteidiger Matthias Götz. Dennoch ist Stöber überzeugt, dass die Spieler auch diese Situation meistern werden. „Im Eishockey braucht man sowieso starke Nerven, wenn es in die Playdowns geht. Ich traue das der Mannschaft zu.“
Dass das Eisstadion früher schließt, verursacht zudem unvorhergesehene Kosten. „Alleine eine Spielverlegung kostet schon eine Gebühr in Höhe von 150 Euro.“ Dazu kommen die Belegungszeiten, die der ESC andernorts buchen musste. „Das wird schwierig, aber wir werden das irgendwie stemmen.“
Stöber hofft, dass zur neuen Saison alles gut wird. Wenn das Dach steht „können wir früher Eis machen und sind konkurrenzfähiger“. Mit diesem Ziel vor Augen packen die Mitglieder vom Stadionverein und die Mannschaften des ESC mit an. Bis Ende Februar soll das Stadion leer sein. Trainingsmaterial, Unterlagen aus der Mitgliederverwaltung, Computer aus der Geschäftsstelle und alle Möbel kommen während der Bauphase in angemieteten Containern unter. Stöber: „Je früher wir anfangen, desto schneller sind wir fertig.“
sw
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