„Das wertet den Platz auf“

Geretsrieder Gruppe wünscht sich eine Boule-Bahn auf dem Neuen Platz

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Boule-Spieler in München: In der Landeshauptstadt trifft sich die Szene im Hofgarten.

Sie ist im Boule-Fieber und will das Spiel in ihrer Heimatstadt spielen können: Eine Gruppe Geretsrieder wünscht sich eine Boule-Bahn auf dem Neuen Platz. Die würde nicht nur ihnen zugutekommen.

Geretsried – Im Urlaub vor einem Jahr hat Michael Freißmann (50) das Boule-Fieber gepackt – und nicht mehr losgelassen. Zurück von der Karibikinsel Martinique rief er gleich André Hofmann (36) an. Der hatte sogar Kugeln für das boccia-ähnliche Spiel. Dazu kamen Bernd Stowasser (62) sowie weitere Freunde und Bekannte – inzwischen zählt die Geretsrieder Boule-Gruppe zehn Köpfe. Sie spielen jede Woche zusammen. Was fehlt, ist allerdings ein heimischer Platz.

Ideal dafür wäre die Sandfläche am Neuen Platz, wo eigentlich der Grüne Markt stattfinden sollte, findet die Boule-Gruppe. Das Rechteck müsste leicht erweitert werden. „15 auf 3 Meter reichen aber aus“, erklärt Freißmann. Und der Boden müsste etwas härter werden. „Etwa wie ein Feldweg.“ Der Aufwand wäre überschaubar, der Nutzen hingegen groß: „Das wertet den Platz auf“, ist der Geretsrieder überzeugt.

Zudem wäre es ein Freizeitangebot, von dem alle – nicht nur die bestehende Boule-Szene – etwas hätte. Boule ist nämlich eine Sportart, bei der jeder mitspielen kann. Das Wurfspiel, die korrekte Bezeichnung lautet Pétanque, stammt aus Frankreich, wo das eine Art Nationalsport ist. Wer die Spielregeln kennt – der Spieler versucht seine Kugel möglichst nah an die Zielkugel zu werfen – kommt ohne Verabredung oder Reservierung zum Platz und findet Mitspieler. So ist dies zum Beispiel auch im Münchner Hofgarten, wo seit Mitte der 1980er Jahre Boule gespielt wird. Beim dortigen Turnier mit fast 300 Teilnehmern waren auch die Geretsrieder dabei. Wenn die Boule-Gruppe nicht nach München ausrückt, spielt sie manchmal an der Klinik Höhenried oder am Maibaum in Pullach – und hält auch sonst immer Ausschau nach Plätzen. „In Kochel am See und Weilheim gibt es sogar eigene Mannschaften“, berichtet Freißmann.

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Damit die Gruppe ihrem Traum vom Platz in Geretsried näher kommt, haben sie Sportreferent Wolfgang Werner gebeten, das Thema einzubringen. Dem Anliegen kam er jüngst nach und berichtete im Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport unter dem Tagesordnungspunkt Verschiedenes von der „aktiven Boule-Szene“. „Das gehört ins Zentrum und würde den Neuen Platz mit Leben aufwerten“, setzte sich Werner für das Vorhaben ein. Vorteilhaft sei, dass am Neuen Platz ein Café und eine öffentliche Toilette in der Nähe sind. „Wenn zum Stadtjubiläum 2020 unsere Freunde aus Frankreich kommen, könnten wir sogar einen Länderkampf ausrichten“, schlug der Sportreferent vor.

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Bürgermeister Michael Müller zeigte sich aufgeschlossen. „Kommen Sie einfach zu mir, dann können wir mit dem Bauamt darlegen, was nötig wäre und der Stadtrat entscheidet“, bot der Rathauschef den Herren Freißmann, Hofmann und Stowasser an, die die Sitzung auf den Besucherplätzen verfolgten.

sw

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