VonSabine Hermsdorf-Hissschließen
Auch wenn die Tage des alten Geretsrieder Hallenbades gezählt sind, tobt dort nach wie vor das Leben. Unterschiedlichste Kurse und Veranstaltungen werden den Badegästen geboten - diese danken mit vielen Besuchen.
Geretsried – Die Tage des alten Hallenbads an der Jahnstraße sind gezählt. Anfang 2020 soll das neue Schwimmbad an der Adalbert-Stifter-Straße eröffnen. Bis dahin aber ist an der Jahnstraße weiterhin viel geboten. Dass dem so ist, ist das Verdienst von Medeline Schön (27) und ihren sechs Mitarbeitern. Sie lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen, um Besucher ins Wasser zu ziehen. „Wir sind klein, aber fein – und wir tun unser Bestes, dass alles läuft“, sagt die Hallenbad-Chefin.
Das merkt man bereits beim Betreten des Bades. Hinter dem Tresen steht Edit Bertalan-Vas und begrüßt jeden Besucher mit einem freundlichen Lächeln. Sie gibt die Schlüssel für die Umkleiden aus und ist Ansprechpartnerin für alle großen und kleinen Wehwehchen. „Die Leute sollen sich wohl und willkommen fühlen“, sagt die 49-Jährige. Und das sind nicht wenige: Im vergangenen Jahr zogen rund 40 000 Badegäste ihre Bahnen, über 2000 Bürger nutzten die „Happy Hour“ eine Stunde vor der Schließung für einen Besuch. 29 Kursteilnehmer legten das Schwimmabzeichen ab.
Mit Schwimmkursen der Volkshochschule, Wassergymnastik, Eltern- und Kind-Schwimmen, Kindernachmittagen mit Großspielgeräten sowie ab Ende November Schwimmen bei Kerzenlicht ist vieles geboten. Im Rahmen des Ferienpasses gab es sogar Schwimmkurse im Meerjungfrauenkostüm.
Dass die Mitarbeiter immer ein offenes Ohr für Ideen haben, kann auch Beate Mews, zuständig in der Stadt Geretsried für den Fachbereich Familie, Kultur und Sport, bestätigen. „Ein ,Das lohnt sich doch nicht mehr‘ habe ich hier noch nie gehört“, sagt sie. Im Gegenteil: Vorschläge, was man noch alles machen könnte, seien eher an der Tagesordnung.
Das Hallenbad-Team sieht die Reaktionen der Gäste auf die Angebote als Motivation, sich weiterhin so zu engagieren. Dabei beginnt der Tag für sie oft sehr früh. Wenn das Hallenbad dienstags und donnerstags bereits um 6 Uhr seine Türen für die Frühschwimmer öffnet, sind die Mitarbeiter bereits seit 90 Minuten vor Ort. „Die Vorstellung, dass wir nur als Aufsichtsperson am Beckenrand stehen und schauen, dass keiner ertrinkt, gehört ins Reich der Märchen“, erklärt Madeline Schön, Meisterin für Bäderbetriebe.
Noch bevor das Hallenbad öffnet, müssen die Wasserqualität und die Technik kontrolliert werden. Da kann es schon einmal passieren, dass die 27-Jährige zu Schraubenzieher und Zange greifen muss, um eine Pumpe, die nicht mehr richtig arbeitet, auszutauschen. „80 Prozent meiner Arbeit ist eher technisch“, schätzt sie. Dazu müsse der Garten in Ordnung gehalten werden. Sind die Badegäste schon auf dem Weg nach Hause, beginnt für das Hallenbad-Team das große Putzen.
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Nichtsdestotrotz möchte keiner aus dem Hallenbad-Team woanders arbeiten. „Wir verstehen uns alle einfach sehr gut“, begründet Edit Bertalan-Vas diese Einstellung. „Und dieses gute Klima geben wir weiter.“ Und das macht das alte Geretsrieder Hallenbad aus.
sh
