VonGabi Wernerschließen
Während in Bad Wiessee gerade die letzten Reste des alten Badeparks verschwinden, ringen die Gemeinden rund um den See weiter um die Zukunft des kommunalen Schwimmens.
Tegernseer Tal/Geretsried – Seit Bad Wiessee im Sommer 2022 klar gemacht hat, dass es den Bau eines neuen Schwimmbads nicht alleine, sondern nur in Gemeinschaft mit den anderen Talkommunen stemmen könne (wir berichteten), hat es schon einige Treffen gegeben. Eine interkommunale Arbeitsgruppe (AG) wurde gegründet. Die Mitglieder der AG, darunter alle fünf Talbürgermeister und Mitglieder der jeweiligen Gemeinderäte und des Stadtrats Tegernsee, besuchten nun das neue Hallenbad in Geretsried (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Dort ist die Realisierung eines interkommunalen Hallenbades – wie es auch am Tegernsee denkbar wäre – bereits gelungen.
„Miteinander mehr schwimmen!“ Unter diesem Motto haben sich die Gemeinden Dietramszell, Egling, Eurasburg, Icking, Königsdorf, Münsing, die Stadt Wolfratshausen sowie der Tölzer Landkreis zusammengetan und den Bau des Bades realisiert. Die Stadt Geretsried bezeichnet es als „Leuchtturm-Projekt“. Eröffnet hat das Schwimmbad während der Corona-Pandemie, das Jahr 2022 war das erste vollständige Betriebsjahr für die Einrichtung.
Könnte das Geretsrieder Modell ein Vorbild sein für das angestrebte Bad am Tegernsee? Die Tal-Vertreter tauschten sich laut Pressemitteilung der Stadt Geretsried zunächst im Rathaus mit den zuständigen Fachbereichen und Vertretern der Stadtwerke Geretsried aus, anschließend bekam die Abordnung eine Führung durch das Bad. Die wichtigste Erkenntnis fasst Wiessees Bürgermeister Robert Kühn (SPD) mit wenigen Worten zusammen: „In der Gemeinschaft ist das machbar.“
Tatsächlich entspricht das Hallenbad in Geretsried in etwa dem, was sich auch die Kommunen am Tegernsee wünschen würden. „Das Hauptaugenmerk liegt auf den Vereinen und Schulen“, sagt Kühn über das Geretsrieder Bad. Dort gibt es neben einem Schwimmerbecken, das sich bestens zum Trainieren eignet, auch ein Lehr- und Nichtschwimmerbecken, ein Becken mit Sprungturm und ein Planschbecken für die kleinsten Besucher. Bekanntlich hat man sich auch im Tegernseer Tal aus Kostengründen längst von einem Bad mit Wellness-Schnickschnack verabschiedet, sondern will sich rein aufs Schwimmen konzentrieren.
Bei dem Besuch in Geretsried sei es auch darum gegangen, die Vertreter aller Talgemeinden auf den gleichen Wissensstand zu bringen, erläutert Kühn. Bad Wiessee, das sich ja schon länger mit dem Thema beschäftige, habe hier bislang einen kleinen Wissensvorsprung gehabt. „Wir wollen aber auf Augenhöhe und gleichberechtigt diskutieren“, macht der Wiesseer Rathauschef deutlich. Kühn hat nach den jüngsten Gesprächsrunden ein „gutes Gefühl“, wie er sagt. Der Wille, ein Bad zu schaffen, sei bei allen Beteiligten erkennbar. Und was sind nun die nächsten Schritte der Arbeitsgruppe? Hier bleibt Kühn vage: „Wir werden uns wieder treffen“, sagt er lediglich.
