VonPatrick Staarschließen
Peter Grooten wusste genau, was er wollte. Und was er wollte, das setzte er durch. Zum Glück für die Geretsrieder-Wolfratshauser Tafel. Der gebürtige Sauerländer schaffte es mit seiner konsequenten, geradlinigen Art, die Tafel in einen aktiven, pulsierenden Verein zu verwandeln. Am Samstag starb er nach schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren.Die Urnenbeisetzung ist am Freitag, 7. April, um 14 Uhr auf dem Waldfriedhof Geretsried.
Geretsried - Der in Meschede (Westfalen) geborene Grooten scheute nie davor zurück, Verantwortung zu übernehmen. Nach Abitur und Studium an der Fachhochschule des Bundes in Lübeck arbeitete er von 1961 bis 1985 als Polizeibeamter beim Bundesgrenzschutz. Dann wechselte Grooten als leitender Angestellter zu BMW in München. Er zog von Kassel nach Geretsried um, arbeitete als Leiter des Personenschutzes und des werkseigenen Ermittlungsdienstes. Er wurde Mitglied des BMW-internen Krisenstabs, kümmerte sich als Abteilungsleiter um alle sicherheitsrelevanten Angelegenheiten. Er kam viel herum in der Welt, sah vor allem in Südamerika und Afrika viel Leid. Grooten wusste aber, dass es auch hierzulande Menschen gibt, die nicht genug Geld zum Leben haben.
2001 ging er in Altersteilzeit. Im gleichen Jahr gelangte er zur Tafel, weil er auch „nach seiner Pensionierung etwas Sinnvolles tun wollte“. Weil der Geretsrieder anpacken, gut reden und verhandeln konnte, wählten ihn die Mitglieder der Tafel im Jahr 2005 zu ihrem Vorsitzenden. Seither führte er den Verein.
Sein Weggefährte Volker Witte braucht nur ein Wort, um Grootens Arbeit zu beschreiben: „großartig“. Er habe in die Tafel „Strukturen reingebracht, die früher nicht existiert haben“. Witte erinnert sich gut an die Anfänge, als die Lebensmittel einfach vom Auto aus an Bedürftige weitergegeben wurden. „Wir sind wie Bettler in die Läden reingegangen. Die Leute haben uns komisch angeschaut, weil sie geglaubt haben, wir wollen die Lebensmittel für uns selbst haben.“ Lange ist es her. Die Tafel hat sich unter Grootens Führung längst etabliert. Witte: „Die Firmen sind nun stolz, dass sie bei der Tafel mitmachen dürfen.“
Peter Grooten war ein Familienmensch. Er heiratete 1965, wurde Vater eines Sohnes. Mit seinen beiden Enkelkindern verbrachte er viel Zeit. Sein größtes Hobby war das Motorradfahren. Mit seiner Frau Margret und Freunden fuhr er bis zum Nordkap, durch ganz Europa, Afrika und die USA.
