Wie kann man die Buslinie 310 verbessern? An welchen Haltestellen sollen neue Sitzgelegenheiten angebracht werden? Wo fehlt es an Überdachungen? Diesen Fragen ist der Geretsrieder Stadtrat bei einer Fahrt mit dem Stadtbus nachgegangen.
Geretsried – Wie kann der Stadtbus optimiert werden? Mit dieser Frage befasste sich der Bau- und Umweltausschuss am Mittwoch. Die Mitglieder begaben sich dazu auf eine einstündige Fahrt mit der MVV-Linie 310 von der Lilienstraße im Norden bis zum Steiner Ring im Süden.
Seniorenreferentin Dr. Sabine Gus-Mayer (CSU) hatte den Antrag gestellt, die Bushaltestellen auf ihre Fahrgastfreundlichkeit und Barrierefreiheit hin zu untersuchen. Bürgermeister Michael Müller (CSU) erklärte zu Beginn der Rundfahrt, er wolle den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) stärken und das Zentrum damit vom Verkehr entlasten. Ansprechendere Bushaltestellen und Verbesserungen im Fahrplan könnten dazu beitragen. Um das Thema „kostenfreier Stadtbus“ – ebenfalls ein Antrag aus dem Stadtrat – ging es nur am Rande (siehe Kasten).
Ein echtes Problem haben ältere Menschen mit Rollator, aber auch Frauen mit Kinderwagen am Neuen Platz. Die Haltestelle bei der öffentlichen Toilette schließt eben mit der Straße ab. Das heißt, die genannten Personengruppen müssen ihre Gefährte ein ganzes Stück anheben, um sie in den Bus zu kriegen. „Hier hat es die Stadt zu gut gemeint mit der Schwellenfreiheit“, sagte Gus-Mayer.
Viele Senioren würden außerdem beklagen, dass es nicht überall Sitzmöglichkeiten und Überdachungen gebe, wenn man auf den Bus warte. An manchen Haltepunkten, so stellte sich heraus, wäre beides möglich, zum Beispiel an der Sperling- und an der Lilienstraße jeweils stadteinwärts. Bürgermeister Müller gab jedoch zu bedenken, dass manche Anwohner so ein Bushäuschen nicht gerne vor ihrer Haustüre stehen hätten, weil sie befürchteten, dass Jugendliche es als Treffpunkt nutzten.
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Andere Stationen wiederum sind zu klein, um einen Unterstand einzurichten. Edith Peter (SPD) berichtete, dass sich „am Stern“ an der Sudetenstraße viele Fahrgäste einen trockenen Warteplatz wünschen würden. Der Gehweg sei jedoch zu schmal dort. „Neue Möbel“ schlug der Bürgermeister für die beiden Haltepunkte am Friedhof vor. Die Sitzbänke und gläsernen Unterstände an der Egerlandstraße sollen als Vorbild dienen. Verlegt werden könnte der Stopp an der Adalbert-Stifter-Straße zwischen Friedhof und Schulzentrum um einige Meter nach Norden, weil im „Wohnen mit Service“ zahlreiche Senioren leben, die dann einen kürzeren Weg hätten. Um den Citybus attraktiver zu machen, regte Müller an, den Takt von 30 Minuten auf 20 Minuten zu verdichten. Außerdem könnten öfter Sonderbusse zu Veranstaltungen fahren, wie bereits heuer zum Waldsommer. Müller: „Das müsste man entsprechend bewerben.“ Der Rathauschef hält diese Maßnahmen für sinnvoller als die Einführung einer kostenlosen Linie 310.
tal