Ehrenamtliche gesucht

Geretsrieder Sicherheitswacht: Bewerbungsphase startet

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Gemeinsam für ein sicheres Geretsried: (v. li.) Siwa-Ausbilder Thomas Willibald, Polizeichef Franz Schöttl, Andreas Thomas (Mitarbeiter der Siwa Wolfratshausen), Bürgermeister Michael Müller und Polizei-Vizepräsidentin Eva Schichl.

Mit einer Pressekonferenz läuteten Stadt und Polizei die Suche nach geeigneten Bürgern für die neue Sicherheitswacht ein.

Geretsried – Ein wenig geziert haben sich die Geretsrieder anfangs, dem Vorbild Wolfratshausens zu folgen und eine Sicherheitswacht (Siwa) in ihrer Stadt auf die Beine zu stellen. Wie es bei den Nachbarn läuft, „wollten wir erst einmal beobachten“, räumte Bürgermeister Michael Müller ein. Doch knapp zwei Jahre nach Wolfratshausen und spätestens mit dem positiven Stadtratsbeschluss am 28. Mai sind alle Zweifel weggewischt. Das wurde während der Pressekonferenz am Montag zum Start der Bewerbungsphase deutlich. Stadt wie Polizei freuen sich auf die Ehrenamtlichen, die das persönliche Sicherheitsgefühl der Geretsrieder mit ihrer Präsenz stärken sollen.

„Vier bis sechs“ Sicherheitswachtler – sie alle finanziert ausschließlich der Freistaat – erhofft sich Geretsrieds Polizeichef Franz Schöttl für den Anfang aus dem Kreis der Bewerber, die zwischen 18 und 62 Jahre alt sein dürfen und ab sofort ihre Unterlagen in der Geretsrieder Dienststelle einreichen können. In etwa vier Wochen soll ihre rund 40-stündige Ausbildung unter den Fittichen von Polizeihauptkommissar Thomas Willibald – er bringt Erfahrung aus der Startphase in Wolfratshausen mit – und seiner Kollegin, Polizeiobermeisterin Julia Baur, beginnen. Sie umfasst unter anderem das Kommunal- und Strafrecht, Befugnisse der Ehrenamtlichen, ein Kommunikationstraining und auch Selbstverteidigung.

Schöttl ist wichtig, dass die künftigen Kollegen „zuverlässig und verantwortungsbewusst“ sind, durch ihre Herkunft oder den Wohnort „einen Bezug zu unserer Stadt haben und menschlich zu uns passen“. Eva Schichl betonte ebenfalls, wie wichtig das Auswahlverfahren ist. Die Vize-Chefin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd will für die Siwa „Klasse statt Masse“. In diesem Ehrenamt brauche es „die richtigen Menschen“. Kritikern, die die Sicherheitswacht gerne in die Ecke von Bürgerwehren stellen, hielt Schichl entgegen: „Diese Ehrenamtlichen sind kein Ersatz für die Polizei, sondern eine wertvolle Ergänzung.“

Michael Müller und Franz Schöttl betonten, dass Rathaus und Polizei in Sachen Siwa „ganz eng“ zusammenarbeiten wollen. Dies gelte sowohl für die Auswahl der Kandidaten als auch für deren künftige Einsatzgebiete. Die Kriminalitätsrate sei in Oberbayern und damit auch in Geretsried zwar „eher moderat“, sagte der Erste Polizeihauptkommissar, „aber in der mit Abstand größten Stadt des Landkreises mit ihren vielen Veranstaltungen wie den Christkindlmarkt oder den Firmenlauf“ warte durchaus Arbeit auf die Siwa.

Müller erinnerte an das lang gezogene Stadtgebiet mit einigen „durchaus neuralgischen Orten, an denen man gut arbeiten kann“ – insbesondere präventiv. „Es geht ja nicht nur darum, den Sprayer zu suchen, der eine Wand besprüht hat, sondern dies schon zu verhindern. Da macht reine Präsenz viel aus.“ In diesem Sinn ermutigte der Bürgermeister alle Geretsriederinnen und Geretsrieder, „sich für die Sicherheitswacht zu interessieren und – wer meint, das wäre etwas für ihn – auch zu bewerben, damit wir Bürger dafür gewinnen. Denn nichts anderes als eine Initiative Bürger für Bürger ist es ja.“

Info

Engagierte Frauen und Männer haben ab diesem Dienstag einen Monat lang die Möglichkeit, sich in der PI Geretsried für dieses herausgehobene Ehrenamt zu bewerben. Infos unter Ruf 0 81 71/9 35 10.

peb

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