Handballen-Abdruck hatte Azubi überführt

Einbruch bei der Band Hoamatbeat: Gericht verurteilt Tegernseer (18)

+
Nach ihrem umjubelten Auftritt im Rottacher Seeforum wurden die vier Musiker der Band Hoamatbeat beklaut.
  • schließen

Weil er im Mai 2018 in den Probenraum der Band Hoamatbeat eingebrochen sein soll, wurde jetzt ein Tegernseer (18) zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Ein Handballen-Abdruck hatte ihn überführt.

Rottach-Egern - Bei der Verhandlung sah es nicht gut aus für einen jungen Auszubildenden aus Tegernsee. Das Schöffengericht Miesbach hielt es wegen eines Handballen-Abdrucks am Tatort für erwiesen, dass es der 18-Jährige war, der sich zwischen 11. und 12. Mai des vergangenen Jahres Zutritt zum Probenraum der Rottacher Band Hoamatbeat verschafft und eine E-Gitarre, Equipment im Wert von 5000 Euro sowie die Trinkgeldkasse mit etwa 20 Euro entwendet hatte. Die vier Musiker hatten gerade am Abend zuvor einen umjubelten Auftritt im Seeforum in Rottach-Egern hingelegt, als sie Opfer des Einbruchs wurden.

Die Fallhöhe von der Euphorie durch den erfolgreichen Auftritt bis zur Katerstimmung wegen des Diebstahls war entsprechend groß. Und schon damals wurde gemutmaßt, dass beim Konzert angesichts des kostspieligen Equipments wohl Begehrlichkeiten geweckt worden waren. Die Polizei sicherte nach dem Einbruch die Spuren – und wurde auch fündig: ein fremder Handballen-Abdruck befand sich auf der Innenseite eines Kellerfensters des katholischen Kindergartens St. Josef an der Kißlinger Straße in Rottach-Egern, wo sich der Probenraum befindet.

Lesen Sie hier die Konzertkritik: Eine Ode an die Heimat: Trovasur und Hoamatbeat im Seeforum

Er gehörte zu keinem Unbekannten, sondern führte die Polizei zu dem damals 17-jährigen Tegernseer. Seine Fingerabdrücke lagen im System der Polizei bereits aus vorangegangenen Delikten vor. Richter Klaus-Jürgen Schmid und die beiden Laienrichter werteten die eindeutige Spurenlage als Beweis für die Tat. Der Angeklagte zeigte sich indes nicht geständig. Im Gegenteil: Bei der Verhandlung bestritt er die Tat. Für den Handabdruck im Probenraum hatte er keine Erklärung. Erschwerend kam hinzu, dass der Angeklagte nur zwei Tage vor dem Einbruch bereits schon einmal vor Gericht gestanden hatte und verurteilt worden war.

Hier finden Sie ein Porträt über die Band

Weil die Richter darin eine „schädliche Neigung“ des Jugendlichen erkannten, verurteilten sie den Tegernseer zu acht Monaten auf Bewährung. Außerdem muss er die 5000 Euro ersetzen. Damit folgten die Richter der Neuregelung zur strafrechtlichen Vermögensabschöpfung von 2017, welche bislang eher selten bei Jugendstrafsachen angewandt wurde. Sobald das Urteil rechtskräftig wird, muss der Azubi bezahlen. Allerdings kann der junge Mann noch innerhalb einer Woche in Berufung gehen. Dann müsste der Einbruch am Landgericht München noch einmal verhandelt werden und Gutachter am Berufungsgericht müssten klären, ob der Handballen-Abdruck als Beweis für die Tat tatsächlich standhält.

Einbruch in Oldenburg: Mann sieht Fremden in seiner Wohnung - dann fasst er gewagten Plan

ak

Kommentare