Traditionswirtschaft in Benediktbeuern

Gasthaus Post sucht neuen Wirt

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Kurz vor Beginn der Faschingszeit ziehen sich die Pächter des Gasthofs Post, Kerstin und Jörg Laser, zurück.
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Nach Leonhardi am Sonntag ist Schluss: Die Pächter des Gasthofs Post in Benediktbeuern geben das Geschäft auf. Personalmangel ist einer der Gründe. Für Fasching gibt es einen Notfallplan.

Benediktbeuern – Das Gerücht eilt gerade durch Benediktbeuern: Der Gasthof zur Post schließt, und zwar schon am Tag nach der Leonhardifahrt an diesem Sonntag. Pächterin Kerstin Laser und Christian Wagner, Geschäftsführer des Brauhauses Tegernsee, bestätigen die Schließung auf Anfrage unserer Zeitung. Auch Bürgermeister Hans Kiefersauer ist informiert.

Der Gasthof, zu dem ein großer Saal, eine Eisdiele und mehrere Fremdenzimmer gehören, ist eine der wichtigsten Wirtschaften im Klosterdorf. 16 Jahre lang hatten Mike und Sabine Böttger das Gasthaus geführt, bis der Koch im Juli 2016 tödlich verunglückte. Im Oktober des gleichen Jahres übernahmen Kerstin Laser und ihr Mann Jörg den Betrieb. Doch nun werfen sie das Handtuch. „Wir haben nicht ausreichend Personal gefunden, weder für die Küche noch für den Service“, sagt Kerstin Laser. Vor allem deutschsprachiges Personal, das gut bedienen könne, sei schwer zu finden. „Wir können aber nicht alles alleine machen“, sagt die gelernte Konditormeisterin.

Zudem sei generell festzustellen, dass sich das Wirtshausleben auf dem Land verändere. „Die Stammtischkultur, die es früher mal gab, gibt es immer weniger“, sagt Laser. „Die Leute setzen sich heute nicht mehr ins Wirtshaus, um sich zu treffen.“ In der Regel seien es nur noch Stammgäste. Generell, findet sie, sei es „in Benediktbeuern ruhiger geworden“. Der Betrieb mit den Fremdenzimmern hingegen sei in den vergangenen beiden Jahren gut gelaufen. Davon zeugt auch die gute Bewertung eines Internetportals, das die Lasers an die Eingangstüre des Gasthofs gehängt haben.

Brauhaus-Tegernsee-Geschäftsführer Christian Wagner bedauert den Rückzug der Pächter. „Leider ist das so“, sagt Wagner. Es würden jedoch schon Gespräche mit neuen Interessenten laufen. „Dass der Gasthof mit seinem großen Saal wichtig für den Fasching in Benediktbeuern ist, ist uns bewusst“, sagt Wagner. Deshalb möchte man schnell eine Lösung finden. Ob jedoch bald ein Vertrag mit einem neuen Pächter abgeschlossen wird, ist unklar.

Die Gemeinde unterstützt das Brauhaus bei der Suche nach einem neuen Pächter für die Wirtschaft. Der Zeitpunkt der Geschäftsaufgabe sei unglücklich, kommentiert Bürgermeister Hans Kiefersauer die Entwicklung. Für die Christbaumfeier Ende Dezember und für den Fasching gebe es einen Notfallplan, so dass ein externer Betreiber von der Gemeinde eine Konzession bekomme, Veranstaltungen durchzuführen und Gäste zu bewirtschaften.

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