Seit wenigen Tagen steht ein Baugerüst am Schusterhaus in Kochel. Damit wird seine geplante Verwandlung in ein Museum endlich auch für Außenstehende sichtbar.
Kochel am See – Aus dem ehemaligen Schusterhaus ein kleines Museum machen: Daran arbeiten die Mitglieder des „Vereins für Heimatgeschichte im Zweiseenland“ seit mittlerweile über zwei Jahren. Lange Zeit hat man als Außenstehender davon nichts bemerkt, denn viele notwendige Vorarbeiten für Umbau und Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes erfolgten im Verborgenen, etwa das Sichten und Archivieren alter Dokumente oder das Stellen von Förderanträgen.
Nun konnte der Verein den ersten Lohn seiner beharrlichen Arbeit kassieren. Denn mittlerweile stehen 150 000 Euro an Fördermitteln bereit, sagt der Vereinsvorsitzende Max Leutenbauer. „Wir haben in den letzten Wochen Zusagen von allen angefragten Fördergebern bekommen“, sagt Leutenbauer nicht ohne Stolz. Darunter sind die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, der Bezirk Oberbayern, das Landesamt für Denkmalpflege sowie – gerade erst frisch eingetroffen – von der Bayerischen Landesstiftung. „Damit haben wir für die ersten Arbeiten die Mittel locker beieinander.“ Neue Anträge fürs Förderjahr 2019 sind schon eingereicht worden.
Vor wenigen Tagen wurde nun ein Baugerüst an dem Haus aufgestellt. Damit ist der Beginn der Arbeiten für alle Kochler sichtbar. „Jetzt fangen die Handwerker an“, sagt Leutenbauer. Als nächstes wird eine Zimmerei mit dem Rückbau des Dachs beginnen, unter anderem müssen marode Sparren im Dachstuhl ausgetauscht und ein neues Blechdach aufgebracht werden. Rechtzeitig vor dem ersten Schnee soll das neue Dach fertig sein, so Leutenbauer.
Parallel zu diesen Arbeiten will der Verein mit der Restaurierung der Fenster beginnen; also etwa die Rahmen neu verkitten und Scheiben auswechseln. Fachlich begleitet werden die Ehrenamtlichen dabei von einer Restaurationswerkstatt. Für die notwendigen Maurerarbeiten im Anbau laufen derzeit die Ausschreibungen, so Leutenbauer.
Im Frühjahr 2019 soll dann die Holzkonstruktion in Wohnhaus und Tenne saniert werden. In die Tenne kommt auch ein neuer Fußboden. Für diese Arbeiten möchte der Verein im Winter die Ausschreibung durchführen. Leutenbauer ist sicher: „Wir sind auf einem super Weg.“
Auch dank der vielen Helfer, die seit bald drei Jahren mindestens einen Tag pro Woche in die Arbeit am und im Gebäude investiert haben und nach wie vor hoch engagiert an seiner Verwandlung in ein Museum arbeiten. Vor einiger Zeit hat Leutenbauer außerdem einen Stuhl entworfen, der nun von ihm und seinen Helfern 60-mal gebaut wird. Mit den Stühlen sollen später das geplante Bistro sowie der Veranstaltungsraum bestückt werden. „37 Stühle sind schon fertig“, sagt Leutenbauer. „Es könnte nicht schöner laufen.“ Außerdem sei der Verein bereits im Gespräch mit der Landesstelle für nichtstaatliche Museen. Sie soll beim Konzept und der Umsetzung für ein Museum beraten. Geplant ist die Eröffnung für Ende 2020.
