Nach einjähriger Pause

Der gestrenge Richter Bergmoser: Brauchtumsgruppe Gelting spielt wieder Theater

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Im Namen des Volkes: In Verhandlungen von Richter Bergmoser geht es mitunter turbulent zu.

Berichterstattungen zu Fällen am Wolfratshauser Amtsgericht inspirierten die Brauchtumsgruppe Gelting zu ihrem Theaterstück. Im März ist die Aufführung.

Geretsried – Nach einem Jahr Pause führt die Brauchtumsgruppe Gelting heuer im März wieder ein Theaterstück auf. „Zur Freude vieler Geltinger, die schon danach gefragt haben“, sagt Monika Starke. Die 73-jährige frühere Darstellerin hat die Regie von Christoph Huber übernommen, der aus Gesundheitsgründen nicht mehr für den Posten zur Verfügung stand. Doch damit nicht genug: Starke hat das diesjährige Stück auch selber geschrieben.

Genau genommen handelt es sich um drei Einakter, zusammengefasst unter dem Titel „Hohes Gericht“. Helmut Bergmoser, Richter auf dem Land, hat zwar keine Kapitalverbrechen zu ahnden, sein gerechtes Urteil wird aber auch bei leichteren Delikten erwartet. Dabei ist in einigen Fällen schwer auszumachen, wer mehr Schuld hat – Kläger oder Angeklagter. In „Fair Play“ geraten Fußballspieler, Schiri und Fans aneinander. „Landluft“ zeigt die Kluft zwischen einheimischen Bauern und Städtern auf. In der „Sexuellen Belustigung“ ist sich Richter Bergmoser plötzlich nicht mehr sicher, ob die abgetakelte Schauspielerin ihrem sportlichen Nachbarn nachgestellt hat oder er ihr. Inspiriert zu ihren Geschichten haben Monika Starke die regelmäßigen Berichte in unserer Zeitung über die Fälle am Wolfratshauser Amtsgericht. Besonders Richter Helmut Berger, ein Bekannter von ihr, habe ihr als Vorbild gedient, erzählt die Hobby-Autorin. „In einer Verhandlung war ich aber zur Vorbereitung nicht. Ich hab’ einfach eine sehr lebhafte Phantasie“, sagt die Geltingerin mit einem Lachen.

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Unsere Zeitung durfte bei den Proben Mäuschen spielen. Nur so viel sei verraten: Es ist köstlich, wie sich Konrad Mayr als Richter Bergmoser mit der Sängerin und Tänzerin Rosalie von Bumshausen (Christa Rösch) sowie deren Nachbarn Max Renninger (Christoph Karner) herumschlagen muss. Beide behaupten – nicht besonders glaubwürdig – vom jeweils anderen sexuell belästigt worden zu sein. Neben den bewährten Laienschauspielern Kurt Becker, Franz Wirtnsohn, Carina Sappl und Monika Starke in einer kleinen Rolle als Putzfrau sind drei neue Gesichter auf der Bühne zu sehen: Liesl Schelle als Gerichts-Protokollführerin, Tobias Holzer als Fußballer und Jörg Zietzke als arroganter Cabrio-Fahrer.

Seit Heilig-Drei-König probt das Ensemble. „Alle sind motiviert und froh, dass es mit dem traditionellen Theater jedes Jahr während der Fastenzeit weitergeht“, sagt Starke.

tal

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