VonKatarina Amtmannschließen
Flüge gestrichen, Passagiere gestrandet: Drohnensichtungen am Münchner Flughafen sorgten für zahlreiche Flugausfälle.
Update, 13.33 Uhr: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) teilte auf der Plattform X mit: „Die Drohnensichtungen über München sind ein weiterer Weckruf: Der Wettlauf zwischen Drohnen-Bedrohung und Drohnen-Abwehr wird immer härter. Wir brauchen jetzt mehr Finanzierung, Förderung und Forschung - national und auf europäischer Ebene.“ Zuvor hatte sich auch schon Markus Söder geäußert (siehe Update um 10.45 Uhr)
Update, 12.47 Uhr: Auch über dem Oktoberfest wurde am Abend - etwa zeitgleich zu den Beobachtungen am Flughafen - eine Drohne entdeckt. Das Wiesn-Rätsel löste sich aber deutlich schneller auf.
Update, 10.51 Uhr: Am frühen Morgen wurde der Flugbetrieb wieder aufgenommen, wie die Bundespolizei informierte. Der Betrieb laufe jetzt normal, teilte ein Sprecher des Flughafens mit. Die Flüge, die für den 3. Oktober geplant waren, sollen stattfinden, so der Sprecher weiter.
Tausende nach Drohnensichtungen betroffen: Fotos vom Münchner Flughafen




Update, 10.45 Uhr: Am Münchner Flughafen fielen aufgrund von Drohnensichtungen zahlreiche Flüge aus, 3000 Passagiere strandeten im Terminal und übernachteten auf Feldbetten. Nun hat sich Ministerpräsident Markus Söder dazu geäußert: „Die Drohnenvorfälle zeigen den großen Druck. Ab jetzt muss gelten: Abschießen statt Abwarten“, forderte er am Morgen in der Bild.
In diesem Zusammenhang warb er auch erneut für einen Iron Dome für Deutschland. „Wir brauchen endlich einen wirksamen Schutz unserer gesamten Infrastruktur und militärischen Einrichtungen. Bayern macht dazu ein Schnellgesetz. Wir behandeln das schon am Dienstag im Ministerrat“, sagte er der Bild. Man müsse nicht nur Spionage verhindern, sondern auch die Infrastruktur müsse jederzeit funktionsfähig bleiben.
Update, 8.11 Uhr: Der Flugbetrieb am Flughafen München läuft seit dem frühen Morgen wieder. Das teilte die Bundespolizei mit. In der Nacht zum Freitag fielen siebzehn Flüge aufgrund einer Drohnensichtung aus. Diese Ausfälle betrafen etwa 3000 Passagiere, die die Nacht in aufgestellten Feldbetten in den Terminals oder in Hotels verbrachten. Zuvor hatten mehrere Personen von Drohnensichtungen berichtet, woraufhin die Deutsche Flugsicherung die Start- und Landebahnen sperrte. Es gebe noch keine neuen Erkenntnisse zu den Ermittlungen, so die Bundespolizei.
Erstmeldung vom 3. Oktober, 7 Uhr: München - Nächtliche Aufregung am Münchner Flughafen: Berichte über eine Drohne am Himmel führen zur Streichung vieler Flüge. Polizei und Hubschrauber durchkämmen das Gelände.
Aufgrund von Drohnensichtungen fielen am Münchner Flughafen zahlreiche Flüge aus, was rund 3.000 Passagiere betraf. Dies teilte der Flughafenbetreiber in der Nacht zu Freitag mit. Hunderte Menschen verbrachten die Nacht auf in den Terminals aufgestellten Feldbetten, während andere in Hotels untergebracht werden sollten. Ob der Flugverkehr am frühen Morgen wieder regulär verlaufen würde, konnte die Bundespolizei in der Nacht zunächst nicht bestätigen. Auch blieb unklar, wer für den Vorfall verantwortlich sein könnte.
Laut Bundespolizei berichteten mehrere Personen am Abend von einer Drohne in der Nähe des Flughafens. Später wurden auch Sichtungen über dem Flughafengelände gemeldet. Ob es sich um eine oder mehrere Drohnen handelte, war zunächst unklar.
Die Deutsche Flugsicherung sperrte daraufhin am späten Abend die Start- und Landebahnen. Beamte der Landes- und Bundespolizei überwachten das Gelände und suchten nach Flugobjekten sowie Verdächtigen, jedoch ohne Erfolg. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz.
Insgesamt fielen nach Angaben des Betreibers am Donnerstagabend 17 Flüge aus. Ein Passagier berichtete der Deutschen Presse-Agentur, dass das Flugzeug bereits auf der Startbahn war, dann aber zum Terminal zurückkehrte. Ab etwa 22.15 Uhr waren auch Landungen nicht mehr möglich: 15 Flüge wurden stattdessen nach Stuttgart, Nürnberg, Wien und Frankfurt umgeleitet, wie der Betreiber auf der Internetseite des Flughafens mitteilte.
Nach Angaben des Betreibers wurden Decken, Getränke und Snacks an die gestrandeten Passagiere verteilt. Zudem wurden in den Terminals Feldbetten aufgestellt.
Am Münchner Flughafen gilt ein Nachtflugverbot für den regulären Passagierverkehr zwischen Mitternacht und 5.00 Uhr morgens. Grundsätzlich sind nach Angaben des Betreibers nur Nachtluftpost- und Vermessungsflüge der Deutschen Flugsicherung in dieser Zeit erlaubt.
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Der Betrieb am Flughafen München ist nach der Einstellung wegen Drohnensichtungen mittlerweile offenbar wieder aufgenommen worden. Auf der Flughafenwebsite wurden am Freitagmorgen mehrere Flüge als „gestartet“ angezeigt. Auch auf der Flugortungswebsite „Flightradar24“ wurden Flüge angezeigt, die vom Flughafen in München starteten.
Bis Sonntag läuft noch das Münchner Oktoberfest. Das größte Volksfest der Welt zieht jährlich Millionen Besucher aus anderen Städten und Ländern an. Auch sie könnten durch die Einschränkungen im Flugverkehr betroffen sein. Das Oktoberfest war am Mittwoch wegen einer Bombendrohung für einen halben Tag geschlossen worden.
Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV (Arbeitsgemeinschaft deutscher Verkehrsflughäfen), erklärte, der Vorfall zeige erneut, wie anfällig der Luftverkehr gegenüber illegalen Drohnenflügen sei. „Der Luftverkehr braucht klare Zuständigkeiten und eine schlagkräftige Drohnendetektion und Abwehr.“ Die Entscheidung, ob eine Drohne eine Gefahr darstelle und wie sie abgewehrt werde, sei und bleibe eine hoheitliche Aufgabe von Bundes- und Landespolizei.
Über kritische Infrastruktur geflogen? Drohnensichtungen über Deutschland
Erst vergangene Woche wurden über Schleswig-Holstein Drohnen gesichtet. Die Behörden prüfen den Verdacht, dass Drohnen über kritische Infrastruktur geflogen sind, unter anderem über ein Kraftwerk in Kiel. Die Staatsanwaltschaft Flensburg leitete in der Nacht zum Freitag ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt ein. Wegen der teilweise im Verbund erfolgten Drohnenüberflüge liege der Anfangsverdacht einer Straftat des „sicherheitsgefährdenden Abbildens“ vor.
Mehrfach hatten Drohnen in der vergangenen Woche auch den Luftverkehr in Dänemark gestört und für Verunsicherung und Chaos gesorgt.
Störungen durch Drohnen an den Flughäfen hierzulande haben laut Deutscher Flugsicherung deutlich zugenommen. Vor gut einer Woche teilte das Unternehmen, das zu 100 Prozent dem Bund gehört, mit, dass im laufenden Jahr 2025 bis Ende August bereits 144 Behinderungen durch Drohnen registriert worden seien.
Im Vorjahr waren es im selben Zeitraum 113 Vorkommnisse, im Jahr 2023 nur 99. Allein am Flughafen Frankfurt am Main, dem größten deutschen Drehkreuz, wurden in diesem Jahr bereits 35 Behinderungen gezählt. (Quelle: dpa/AFP)
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