Zahlen des Erdinger Gesundheitsamtes

Corona breitet sich rascher aus als Grippe - und ist gefährlicher

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Fast 600 Grippefälle wurden im Winterhalbjahr 2019/20 gemeldet. Corona wurde seit März über 600 Mal diagnostiziert. Und elf Tote.
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Kritiker meinen gerne, die Virusgrippe sei viel schlimmer als Corona. Die auf Anfrage unserer Zeitung vom Gesundheitsamt herausgegeben Zahlen sprechen eine andere Sprache.

Erding - Laut Behördensprecherin Daniela Fritzen wurden im Winterhalbjahr, der klassischen Grippe-Zeit, im Landkreis 569 Influenza-Ansteckungen bekannt. Todesfälle seien nicht dokumentiert, so Fritzen. Auf der anderen Seite stehen die 630 bekannten Covid-19- sowie elf Todesfälle. Das Sars-CoV-2-Virus trat hier aber erst Mitte März auf. An Grippe erkranken die Menschen üblicherweise ab Oktober. Hochgerechnet heißt das: Im Landkreis Erding sind deutlich mehr Menschen an Covid-19 erkrankt als an Influenza.

Hinzu kommt: Die Lungenkrankheit nimmt deutlich schwerere Verläufe und kann sich binnen weniger Stunden zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung ausweiten. Auch gibt es gegen die Grippe jedes Jahr einen angepassten Impfstoff. Gegen Corona laufen erst jetzt die ersten Tests an – gesunden – Probanden an. Heuer bemerkenswert: Mit dem Ausbruch von Corona gingen die Grippefälle stark zurück. Ursache dafür könnten auch hier die Kontaktbeschränkungen sein.

Durch die Grippe könnte sich diese Gefahr laut Studie des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie erhöhen. Wissenschaftler in Berlin und Paris fanden heraus, dass eine Grippeimpfung vor erhöhten Covid-19-Zahlen schützen könnte*. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks. ham

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