Diana Franke will gegen dem Amtsinhaber antreten

Plötzlich Spitzenkandidatin: Grüne fordert Bürgermeister Manfred Walter heraus

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Diana Franke ist seit 2018 Mitglied der Grünen – und bewirbt sich nun um das Bürgermeisteramt in Gilching.
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Diana Franke bewirbt sich um den Bürgermeisterposten in Gilching: In der Aufstellungsversammlung am Dienstag, 4. Juni, soll sie zur Spitzenkandidatin der Grünen gekürt werden.

Gilching – Das mit dem unbeschrieben Blatt – bei Diana Franke passt dies zu 100 Prozent. „Ich habe zwar immer die Grünen gewählt“, gesteht sie freimütig. Aber erst seit September 2018 ist die 50-Jährige auch Mitglied der Partei. „Ich mache sozusagen einen Kaltstart“, sagt Franke, die in Starnberg geboren wurde, BWL studierte und nach 25 Jahren bei Siemens heute als Controllerin bei einem Tochterunternehmen des Deutschen Zentrums- für Luft- und Raumfahrt (DLR) arbeitet. Ehemann Oliver Berger ist Diplomphysiker und engagiert sich im Energiewendeverein. Seit 2012 wohnt das Paar mit seinem neunjährigen Sohn in Gilching. Franke singt mit Begeisterung im Chor der evangelischen Gemeinde St. Johannes, fährt ab nächstes Jahr ein E-Auto mit Solarunterstützung. Das in Gilching gebaute Einfamilienhaus schaffte es beim Energiepreis unter die Finalisten. „Wir versuchen, im persönlichen Bereich das beizutragen, was möglich ist“, erklärt Franke.

Nun also gleich Bürgermeisterkandidatin. Vor allem der Rechtsruck in der Gesellschaft habe bei ihr den Wunsch ausgelöst, sich zu engagieren. „Dagegen müssen alle Demokraten aufstehen“, findet sie. Dazu die großen Themen Klimawandel und Energiewende, vor Ort der Flächenfraß und die Verkehrsüberflutung: „Da müssen wir konzeptionell kreativer werden“, findet Franke. Mit den in der Gemeinde Gilching eingeschlagenen Lösungswegen sei sie nicht einverstanden. „Wir wollen Gilching grüner machen, was wirklich notwendig ist.“ Daher sei sie nach den Landtagswahlen direkt beim Gilchinger Ortsverband eingetreten, bei der Ortsvorstandsversammlung im Januar wurde sie Beisitzerin. Dort sei es auch um einen Platz am Ratstisch gegangen, und um die Frage nach der Besetzung des Spitzenplatzes. Ein bisschen habe sie darüber nachgedacht. „Das konnte ich mir dann schon vorstellen.“

Klar, das ging nun alles etwas holterdiepolter. „Aber ich habe so ein tolles Team hinter mir, dass mir gar nicht bange ist“, sagt Franke. Martin Pilgram und Peter Unger seien sehr erfahrene Mitstreiter, das ganze Team unterstütze sie. „Wir krempeln jetzt die Ärmel hoch.“ Franke sieht sich nicht als Einzelkämpferin. Die Stimmung spräche für die Grünen, „das müssen wir aufgreifen und das beste daraus machen.“

Im Ortsverband ist die Freude groß. Sprecherin Anja Kiemle ist begeistert, dass Franke ins Rennen gehen will. „Wir haben es nicht zu hoffen gewagt“, sagt sie. Neben Franke ist nur vom amtierenden Bürgermeister Manfred Walter (SPD) bekannt, dass er erneut für das Amt bereitsteht. Alle anderen politischen Lager halten sich noch bedeckt.

Die Aufstellungsversammlung der Grünen findet am Dienstag, 4. Juni, im Wirtshaus zum Sportpark (Talhofstraße 13) statt und beginnt um 19 Uhr.

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