VonWolfgang Schnetzschließen
Für sein eigenmächtiges Ja zu Glyphosat muss sich Landwirtschaftsminister Christian Schmidt auch scharfe Kritik aus den eigenen Reihen anhören. Auch der Freisinger CSU-Abgeordnete Erich Irlstorfer reagiert verärgert auf die Aktion seines Parteifreunds.
„Wenn wir Wert auf hochwertige und gesunde Lebensmittel legen, dann gehört Glyphosat da nicht dazu.“: MdB Erich Irlstorfer (CSU), Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestags, wird derzeit im Netz unter Beschuss genommen.
Der Grund: „Sein“ Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat in Brüssel der weiteren Genehmigung des Unkrautvernichters gegen die Regierungsweisung zugestimmt. Irlstorfer: „Bei mit sind einige Beleidigungen und andere Anwürfe aufgeschlagen“, meint der MdB gelassen. „Aber ich reagiere nur, wenn man mit mir anständig kommuniziert.“
Schmidts Linie lehne er ab: „Wir können doch nicht auf der einen Seite Millionen in die Krebsforschung stecken und die Bürger zur Vorsorge aufrufen, und dann stimmt auf der anderen Seite Deutschland in der EU für den weiteren Einsatz giftiger Stoffe in der Landwirtschaft.“ Deswegen habe ihn Christian Schmidts Verhalten nicht nur überrascht, sondern verärgert.
Sein Credo abschließend: „Unter Glyphosat-Einsatz erzeugte Lebensmittel müssen gekennzeichnet werden – ebenso wie Produkte, die ohne den Unkrautvernichter produziert wurden.“
Beschimpfungen im Netz
Minister Schmidt wird nun ebenfalls im Netz massiv bedroht. Er kündigte deswegen schon seine private Facebook-Seite. So beschimpfte ihn Musiker Hans Söllner sogar als „Verbrecher an der Menschheit“.
