VonGerti Reichlschließen
Während an die Bürger appelliert wird, weniger zu ballern oder ganz auf die Silvesterknallerei zu verzichten, versucht eine Firma in Gmund das Gegenteil zu erreichen. Feuerwerks-Gegner sind erzürnt.
Gmund – Während nicht nur im Tegernseer Tal, sondern landkreisweit an die Bürger appelliert wird, vernünftig mit der Silvesterknallerei umzugehen, ja sogar ganz auf das Abfeuern von Raketen zu verzichten, versucht ein Unternehmer in Gmund, genau das Gegenteil zu erreichen. Ben Weißbach aus Erding hat sich in dem kleinen, neugebauten Geschäftshaus an der Tegernseer Straße eingerichtet und wirbt auffällig für seinen „Feuerwerks-Lagerverkauf“. Drei Tage darf er seine Artikel bis 31. Dezember, 18 Uhr, dort verkaufen.
„Ich fasse es nicht“, wettert Angela Brogsitter-Finck, Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT). „Da versuchen die Bürgermeister die Knallerei zu reduzieren, und dann wird ausgerechnet in Gmund dieser Wahnsinn genehmigt.“ Wie berichtet, unterstützt die SGT-Chefin eine Münchner Bürgerinitiative, die gegen die Knallerei kämpft.
Lesen Sie hier, warum auch Miesbach gerne auf die Knallerei verzichten würde.
In der Gemeinde verweist man grundsätzlich auf das Gewerbeamt. Das ist zwar im Landratsamt Miesbach ansässig, doch die dortige Sprecherin Sophie Stadler verweist auf die Bayerische Gewerbeaufsicht der Regierung von Oberbayern. „Ich habe alle Auflagen erfüllt“, betont Ben Weißbach, dessen Firma feuerwerk.sale grundsätzlich vom Landratsamt Erding genehmigt ist. Den Feuerwerks-Verkauf in Gmund habe er beim Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Oberbayern lediglich anzeigen müssen. Im Übrigen werde er sich mit seinem Geschäftspartner dauerhaft in dem Neubau in Gmund niederlassen – mit einem Gastro- und Eventservice, einem Partyzelt- und Trampolinverleih. Und alle Jahre wieder wohl mit Feuerwerksverkauf.
gr
