Gmund beschließt Bewirtschaftung auch für Viehhallenplatz

Kostenlos parken - diese Zeiten sind bald vorbei

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Der Viehhallenplatz in Gmund.
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Kostenlos parken in Gmund , diese Zeiten sind bald vorbei. Nach kontroverser Diskussion hat der Gemeinderat mehrheitlich die Bewirtschaftung weiterer Parkplätze beschlossen.

Gmund – Der Antrag für die Zuteilung von staatlichen Fördermitteln für den Umbau des Parkplatzes am Moosrainer Bahnhalt war der Grund, warum das Thema nachträglich auf die Tagesordnung gehievt wurde. Zur Debatte stand, ob künftig für den Viehhallenplatz, den Bahnhof Gmund, die Haltepunkte Moosrain und Finsterwald sowie die Mangfallstraße Parkgebühren erhoben werden sollen. Es ging um einen Grundsatzbeschluss, dem ein Konzept zu Parkzeiten- und Gebühren folgen soll.

„Wir leiden unter enormen Besucherdruck“, stieg Rathauschef Alfons Besel (FWG) in die Debatte ein. Parkgebühren („die Maut des kleinen Mannes“) sehe er als zentrale Stellschraube für den Verkehr, zudem sei eine einheitliche Regelung im Tal anzustreben. Bisher kassiert Gmund nur an Wander- und Badeparkplätzen, aber nicht innerorts. Das soll sich nun ändern, auch am Viehhallenplatz. Besel kann sich sogar ein elektronisches Parkleitsystem schon am Münchner Berg vorstellen. „Dann würde der innerörtliche Park-Suchverkehr schon mal wegfallen.“ Schließlich gehe es auch darum, Unterhaltskosten zu refinanzieren. „Was wir da nämlich Müll wegfahren, ist der Wahnsinn.“ Sollte sich eine Mehrheit finden, müsste ein Planer engagiert werden.

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Parkplatzgebühren in Gmund: „Bürger tragen Teuerungen für Tourismus mit“

Etliche Gemeinderäte waren aber der Meinung, dass Gmund weiterhin über einen großen Platz verfügen solle, der nichts kostet. Es sei nicht einzusehen, dass die Bürger alle Teuerungen mittragen, die hauptsächlich durch den Tourismus anfallen, fand Barbara von Miller (SPD). „Das Einkehren ist schon teuer genug.“ Gmund müsse nicht alles so machen wie die anderen Kommunen, fand Franz von Preysing (CSU). Er war aber dafür, eher mit dem Bahnhof anzufangen.

Für Michael Huber (SPD) war das Thema komplex. „Der Ziel- und Quellverkehr belastet uns“, meinte Huber. „Doch für Radler ist nichts da, und der ÖPNV hat Luft nach oben. Da fehlt’s in allen Belangen. Falls wir beim Verkehr was ändern wollen, dann sind parallele Schritte notwendig.“

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Die Gemeinderäten unternahmen diese Schritte im Laufe der Sitzung und beschlossen, ein Radkonzept nach und nach umzusetzen. Josef Stecher (FWG) sah ebenfalls den Ausbau des ÖPNV als wichtiges Element. Er war grundsätzlich für ein Parkkonzept und „moderate Gebühren“. Einem Parkleitsystem erteilte er eine Abfuhr: „Ja, wo samma denn?“, so Stecher. „Nur für die zwei Tage am Wochenende so viel Geld auszugeben, das sehe ich nicht ein. Unsere Bürger sind eh schon so belastet.“

Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) stand hinter dem Beschlussvorschlag, dass die Verwaltung ein Konzept erarbeiten solle. „Da gehören alle Parkplätze mit rein und sämtliche Zahlen und Kosten.“ Was den Viehhallenplatz betrifft, so kritisierte Rabl, dass derzeit etliche Firmen den Platz als Abstellfläche und Parkplatz nutzen. „Und wir zahlen auch noch beträchtliche Pacht“, fügte Besel hinzu.

Franz von Preysing beantragte schließlich, über die einzelnen Parkplätze gesondert abzustimmen. So kam’s: Einstimmig war das Gremium dafür, künftig Gebühren an den Parkplätzen am Bahnhof sowie an den Haltepunkten Moosrain und Finsterwald zu verlangen. Für die Bewirtschaftung des Viehhallenplatzes fand sich eine knappe Mehrheit von 10:7 Stimmen. Auch die Parkplätze an der Mangfallstraße, so beschloss die Mehrheit mit 12:5 Stimmen, sollen in das Konzept aufgenommen werden.

Die Verwaltung wird dieses Konzept nun erarbeiten und dem Gemeinderat wieder vorlegen.

gr

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