Consulting-Firma soll Bedarf ermitteln

Kinderkrippe muss schon wieder wachsen

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Wurde vor fünf Jahren eröffnet und ist schon wieder zu klein: die Gmunder Kinderkrippe an der Bichlmairstraße. Jetzt ist eine Erweiterung im Gespräch.
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Um die Kinderbetreuung möglichst genau planen zu können, gibt die Gemeinde jetzt die Bedarfsanalyse in professionelle Hände. Denn: Die Kinderkrippe ist schon wieder zu klein.

Gmund – 2013 hatte die Gemeinde ihre neu gebaute Kinderkrippe an der Bichlmairstraße eingeweiht und damit das Triple mit Kindergarten und Hort geschafft. Drei Gruppen mit je zehn Kindern werden in der Krippe unter Leitung von Beatrix Rebel derzeit betreut. Doch die Nachfrage ist weitaus größer. So mussten zuletzt 18 Kinder abgelehnt werden.

Konnte man diese Entwicklung nicht absehen? „Wir haben den Bedarf bisher mit Eltern-Umfragen ermittelt“, sagte Bürgermeister Alfons Besel (FWG) jetzt im Gemeinderat. „Es hat zwar bisher gepasst, aber die Zahlen waren eigengestrickt.“ 

Auf der Tagesordnung stand daher die Entscheidung, die Durchführung einer Bedarfsanalyse zur Kinderbetreuung in professionelle Hände zu geben – an die Firma MUC Consulting aus Planegg. „Wir brauchen belastbare Zahlen“, fand der Rathauschef und gab den Gemeinderäten als Entscheidungshilfe mit, dass die Stadt Miesbach mit dem Unternehmen gute Erfahrungen gemacht habe. „Die Zahlen dort waren stimmig.“

Gibt’s künftig mehr Babys in Gmund? Wie entwickeln sich die Schülerzahlen? Die Boom-Jahre scheinen jedenfalls vorbei. Nach mehreren Jahren mit drei ersten Klassen, werde auch das nächste Schuljahr, wie bereits das zu Ende gehende, wieder nur zweizügig starten, erklärt Grundschul-Rektorin Gudrun Klotzsche auf Nachfrage. Konkrete Zahlen dürfe sie aber noch nicht nennen.

„Geht’s nur um die Krippe?“, wollte Franz von Preysing (CSU) wissen und regte an, auch den Bedarf für eine Ferienbetreuung prüfen zu lassen. Laut Besel werde bei der Analyse auch der Bedarf für den Kindergarten, den Hort und die Mittagsbetreuung erarbeitet. Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) fragte nach, ob die Analyse Voraussetzung für staatliche Zuschüsse sei. Dies sei aber nicht der Fall, lautete die Antwort Besels.

Was die Gmunder Krippe betrifft, so seien trotz Abweisung inzwischen alle Kinder untergekommen. Zum einen sei vom Landratsamt die Genehmigung erteilt worden, jede Gruppe um einen Zögling aufzustocken. Zum anderen werde ab September eine Nachmittagsgruppe angeboten und so die Betreuung „entzerrt“. Desweiteren seien Kinder in der zweiten Gmunder Krippe, der Kita Lou in Louisenthal sowie in anderen Krippen im Tegernseer Tal untergekommen. „Davon waren nicht alle begeistert“, sagte Besel, „die Qualität der Krippe und die Preisgestaltung werden in Gmund einfach geschätzt.“

Und dann überraschte Besel noch mit der Nachricht, dass in den nächsten Tagen bereits ein Gespräch mit dem Gmunder Planer Michi Huber stattfinden werde, um Möglichkeiten für eine Erweiterung der Krippe zu suchen. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir einen Teil des Parkplatzes opfern, um dort einen Anbau zu realisieren“, sagt der Bürgermeister auf Nachfrage. Konkrete Möglichkeiten würden aber erst gemeinsam erörtert.

Am Ende war der komplette Gemeinderat damit einverstanden, dass der Auftrag für die Bedarfsanalyse über 5950 Euro vergeben wird. „Das kann’s uns wert sein“, fand Besel.

Lesen Sie auch, wie die Kriterien für die Aufnahme in der Krippe zuletzt waren.

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