VonGerti Reichlschließen
Mit dem Fahrrad von Gmund nach Hausham, und zwar nicht auf sportlichen Wegen, sondern für Jedermann machbar: Dieser seit langem gehegte Plan soll Wirklichkeit werden.
Gmund – Wer bisher von Gmund nach Hausham radelt, der braucht entweder viel Kondition oder ein E-Bike. Denn der Weg über den sogenannten Schuss ist durchaus anspruchsvoll. Und mühsam für jene, die mit dem Fahrrad sogar zur Arbeit fahren wollen und dafür zwischen dem Tegernseer und Schlierseer Tal pendeln müssen. Radfahrer, die daher auf der Staatsstraße 2076 in die Pedale treten, sind keine Seltenheit. Was seit 20 Jahren im Gespräch ist, soll nun konkret werden. Ausgerechnet bei seiner letzten Gemeinderatssitzung nach 18 Jahren als Bürgermeister, konnte Georg von Preysing (CSU) das Projekt am Dienstagabend noch auf den Weg bringen. Zumindest auf Gmunder Seite, denn der Radweg wird ein Gemeinschaftsprojekt mit Hausham. Die befassen sich am Donnerstagabend bei ihrer Sitzung mit dem Thema.
„Schon vor 20 Jahren wurde von einem Ingenieur-Büro eine Grob-Planung erstellt“, berichtete Preysing. Und tatsächlich hat Gmund „immer stückerlweise“ einen Geh- und Radweg von Seeglas Richtung Hausham gebaut. Der geteerte Weg parallel zur Straße endet derzeit in Ostin, von dort wird er zur Schotterpiste durch Wald und Feld.
Da auch Haushams Gemeindechef Jens Zangenfeind (FWG) daran gelegen sei, einen „straßenbegleitenden“ und „die Belange der Alltagsfahrer berücksichtigenden Weg“ zu bauen, hätten inzwischen gemeinsam mit Vertretern des Landratsamts und des Staatlichen Bauamts Rosenheim einige Treffen und Begehungen stattgefunden, berichtete Preysing. Zudem habe er schon Gespräche mit betroffenen Grundstücksbesitzern geführt. Drei auf Gmunder Seite. „Sie sind grundsätzlich einverstanden“, sagte Preysing. Die Unterschriften habe er allerdings noch nicht in der Tasche. Seit den Erfahrungen mit dem „Lückenweg“ zwischen Finsterwald und Dürnbach, der aufgrund zwar angekündigter, aber nicht erfolgter Unterschriften bisher nicht komplett gebaut ist, ist der Radwegebau in der Gemeinde ein Kapitel für sich.
Preysing informierte über das mögliche Vorgehen: Nach den Absichtserklärungen durch die beiden Gemeinderäte werde man sich an den Planvorentwurf und eine Kostenschätzung machen. Dann soll geprüft werden, wie viel Geld der Freistaat für den Weg locker macht. „Hausham soll die Förderung beantragen, und wir schließen uns dann an“, meinte Preysing mit Blick auf die aktuell gute Haushaltslage in Gmund.
Am Ratstisch war man mit einem ersten Vorschlag zur Trassenführung einverstanden. So soll der Weg über die Abzweigung zur Ostiner Siedlung hinaus bis zu den letzten Häusern an der Schlierseer Straße verlaufen. Schon vorher soll er entlang der neuen Stichstraße Richtung Oedberg führen. Weil das Freizeitgebiet dort noch ausgebaut werden soll und es auch eine Gaststätte gibt, erschien diese Trassenführung allen sinnvoll. Von dort soll der Weg wieder zur Staatsstraße führen und dann bei der Gemeindegrenze am Schuss die Straße mittels einer Unterführung queren. Einmal müsse man die Straße queren, erklärte der Rathauschef, auch wenn Michael Huber (SPD) den Weg gerne ohne Überquerung bauen würde. Franz von Preysing (CSU) fände zudem eine Überquerungshilfe bereits in Ostin „cool“. „Die würde den Verkehr abbremsen.“
Einstimmig wurde der besprochene Kurs beschlossen. „Heuer wird geplant, nächstes Jahr geht’s auf“, meinte Preysing optimistisch. Vorher ist aber noch Hausham am Zug.
gr
