VonChristina Jachert-Maierschließen
Eine Kreisstraße durchschneidet den Golfplatz in Piesenkam. Für Sicherheit sollte eine Unterführung sorgen. Doch noch immer fehlt die Baugenehmigung des Landratsamts.
Waakirchen – Seit nun zwei Jahren drehen die Golfer auf dem Piesenkamer Platz ihre Runden. Unterdessen ist das Bebauungsplanverfahren noch immer nicht abgeschlossen. In seiner jüngsten Sitzung segnete der Waakirchner Gemeinderat die Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan einstimmig ab. Gibt auch das Landratsamt grünes Licht, ist die rechtliche Grundlage für die Schaffung einer Driving Range nahe dem Stadel von Landwirt Georg Schwaighofer gegeben. „Auf die Driving Range warten unsere Golfer schon“, weiß Andrea Fräsdorf, Sprecherin der KG Golfplatz. Sie hoffe, das Übungsgelände noch heuer anlegen zu können.
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Der Gemeinde liegt ein anderer Punkt mehr am Herzen. „Es wäre Zeit, die Unterführung zu machen“, gab Bürgermeister Sepp Hartl (FW) Fräsdorf mit auf den Weg. Sie war als Zuhörerin zur Sitzung gekommen.
Die Unterführung der Kreisstraße MB 6 gehört seit jeher zur Golfplatz-Planung. Schließlich müssen die Golfer die Straße auf der 18-Loch-Runde zweimal queren. Eigentlich hätte das Schlupfloch zur Platz-Eröffnung Anfang 2016 fertig sein sollen. Den Bauantrag für die Unterführung hat die KG Golfplatz aber erst ein Jahr später beim Landratsamt eingereicht. Die Genehmigung ist bis heute nicht erteilt. „Wenn wir sie haben, bauen wir auch“, versichert Karl Heinz Krutz, Geschäftsführer der KG Golfplatz.
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Aber warum dauert das Verfahren so lange? „Grundvoraussetzung für eine zügige Bearbeitung des Bauantrags sind vollständige und fehlerfreie Antragsunterlagen“, stellt Landratsamts-Sprecher Birger Nemitz klar. In diesem Fall wurden geforderte Unterlagen lange nicht nachgereicht. Im Fall der Unterführung wartet die Behörde darauf, dass Krutz, wie vereinbart, eine Bürgschaft hinterlegt. „Diese Bürgschaft dient dazu, im Falle eines Bankrotts den Rückbau sicherzustellen“, erklärt Nemitz.
Während die Unterführung also vorerst nicht in Sicht ist, hat die KG Golfplatz vor Kurzem längs der Straße Hainbuchensträucher gepflanzt. „Ein grüner Ballfang“, sagt Bürgermeister Hartl, der dies angeregt hatte. Er danke der KG Golfplatz für die rasche Umsetzung des Vorschlags. Die grüne Barriere soll verhindern, dass Golfbälle über die Straße fliegen.
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Der geänderte Bebauungsplan weist neue Ausgleichsflächen auf. Eben dies ist entscheidend. Die ursprünglich als Ausgleich für rasiertes Grün vorgesehenen Flächen genügten dem ökologischen Anspruch nicht. „Deshalb hat das Verfahren auch so lange gedauert“, berichtet Bauamtsleiter Christoph Marcher.
Zu tun gibt es auf dem Golfplatz-Gelände noch einiges. So soll der Stadel von Bauer Schwaighofer zum Clubhaus mit Büro umgebaut werden. Der Landwirt will zudem einen Hofladen einrichten, eine kleine Gastronomie ist geplant. Mit der Änderung des Bebauungsplans ist dies rechtlich möglich. Derzeit dient die ehemalige Auberge Moar Alm in Sachsenkam als Clubhaus. Der Pachtvertrag mit der KG Golfplatz läuft 2019 aus.
