VonManuela Schauerschließen
Wegen des Wetters konnte bei einem Einsatz der Bergwacht kein Helikopter genutzt werden. Die Einsatzkräfte mussten zu Fuß nachts zu den Bergsteigern und diese in Sicherheit bringen.
Grainau – Sie wussten nicht mehr weiter: Zwei Bergsteiger haben am Samstag beim Abstieg vom Blassen- zum Jubiläumsgrat die Orientierung verloren und setzten einen Notruf ab. Die Bergwacht Grainau wurde gegen 20.37 Uhr von der Integrierten Leitstelle Oberland alarmiert und rückte aus, um die Männer aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Angesichts des widrigen Wetters stellte sich das als gar nicht so einfach heraus.
Mithilfe der Koordinaten gelang es, den Standort der Bergsteiger einzugrenzen, woraufhin Einsatzleiter Toni Vogg junior einen nachtflugtauglichen Hubschrauber mit Winde anforderte. „Nach Rücksprache mit der Besatzung der Polizei wollte diese einen Anflugversuch starten“, berichtet er. Doch wegen des Regens und des starken, teils böigen Winds konnte eine Rettung mit dem Helikopter nicht bewerkstelligt werden. Deshalb stiegen um 21.30 Uhr parallel fünf Einsatzkräfte der Bergwacht München von ihrer Diensthütte am Hochalmsattel über die Alpspitz-Ferrata auf.
Nebel erschwert Rettungsaktion
Etwa eine Stunde später traf der Hubschrauber Edelweiß 7 vor Ort ein und versuchte, in das Gebiet zu gelangen. „Leider bewahrheitete sich die Prognose“, sagt Vogg. Das diffuse Licht und der Wind machten einen Einsatz mit der Nutzung von Nachtsichtbrillen unmöglich. Fünf Grainauer Kameraden fuhren daraufhin mit dem Rettungsfahrzeug zur Bergstation der Alpspitzbahn.
Von dort folgten sie dem Münchner Trupp, der gegen 0.30 Uhr die beiden Verstiegenen erreichte, und versuchten, sie nach unten zu führen. Etwa auf halber Strecke am Westgrat der Alpspitze trafen alle Einsatzkräfte zusammen und setzten den Abstieg über die Ferrata zum Osterfelderkopf fort. Der aufkommende Nebel erschwerte das Ganze. Erst mitten in der Nacht, gegen 3.30 Uhr, ging’s mit dem Wagen zurück ins Tal, wo die Grainauer und die Bergsteiger um kurz nach fünf Uhr ankamen – nach neun Stunden Einsatz.
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