In Wolfratshausen soll eine Begrenzungsmauer entstehen - das schmeckt der CSU gar nicht. Währenddessen ärgert sich Bürgermeister Heilinglechner über „Vorwürfe ohne Grundlage“.
- In Wolfratshausen soll eine zirka 25 Meter lange Begrenzungsmauer entstehen.
- Eine Partei will das verhindern - und protestiert.
- Der Bürgermeister ist aus anderem Grund verärgert.
Wolfratshausen – Die CSU geht mit ihrem Protest in die zweite Runde. Unter der Überschrift „Weg mit der Mauer! Für ein schönes Wolfratshausen“ sammelt sie Unterschriften gegen die geplante zirka 25 Meter lange und 3,50 Meter hohe Begrenzungsmauer an der Sauerlacher Straße 15. Die Listen liegen in einigen Geschäften aus. Bürgermeister Klaus Heilinglechner ärgert sich derweil über „Vorwürfe ohne Grundlage“ in der Mauer-Diskussion.
Mauerbau in Wolfratshausen: CSU-Protest geht in zweite Runde
Die Maro-Genossenschaft möchte wie berichtet am alten Krankenhaus ein Mehrgenerationenhaus errichten und das denkmalgeschützte Gebäude sanieren. Das befürwortet die CSU. „Wir sind aber definitiv gegen den Bau einer so hohen Mauer“, stellt CSU-Fraktionschef und Bürgermeisterkandidat Günther Eibl klar. Einer Höhe von 1,25 Metern könne seine Partei zustimmen – „wie im Bebauungsplan festgelegt ist“.
Die Unterschriftenliste ist bereits die zweite Protestaktion der CSU, seit der Bauausschuss einem entsprechenden Bauantrag mehrheitlich zugestimmt hatte. Vergangene Woche spannte die CSU ein weißes Leinentuch auf, um die Dimensionen des geplanten Walls aufzuzeigen.
Mauer in Sauerlacher Straße: Plan bereits vorgestellt
Wegen der „sehr hohen Lärmbelastung“ von der „viel befahrenen“ Kreuzung Sauerlacher Straße/Am Floßkanal brauche es den zusätzlichen Emissionsschutz, erklärt Heilinglechner gegenüber unserer Zeitung. „Zum Konzept eines solchen genossenschaftlichen Baus gehört, dass man die Freiflächen nutzen kann.“ Der Plan der Genossenschaft sei den Stadträten bereits vor der öffentlichen Sitzung des Bauausschusses vorgestellt worden. „Weder ich noch der Architekt hatten nach der Vorstellung den Eindruck, dass sie noch einmal umplanen müssen.“
„Grenzmauer“ in Wolfratshausen: „Erinnert mich an die Berliner Mauer“
Dass im Protest gegen die Mauer von einer „Betonwand“ die Rede ist und die Unterschriftenliste der CSU mit einem Foto geschmückt ist, „das mich an die Berliner Mauer erinnert“, so Heilinglechner, zeigt für ihn, „dass einige nicht wissen, wie das Bauwerk aussehen soll“. Die Genossenschaft möchte ihre Pläne an diesem Donnerstag in einem Pressegespräch erklären. Im Dezember dreht der Stadtrat eine Ehrenrunde in der Mauerfrage. Wegen eines CSU-Antrags zur Geschäftsordnung behandelt das Gremium den gesamten Sachverhalt in seiner Weihnachtssitzung erneut.
An der fast vier Meter hohen Mauer um das geplante Mehrgenerationenhaus schieden sich im Wolfratshauser Bauausschuss bereits die Geister. Die Mitglieder einigten sich auf einen Kompromiss.
dst