Kampf gegen Corona in Gröbenzell

Große Impfaktion steht bevor - doch örtliche Ärztin ist dabei außen vor

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Die Spritze gezückt: Die Gröbenzeller Ärztin Ulrike Breitkopf impft täglich in der Praxis, das Impfteam des Landratsamtes durfte sie aber nicht verstärken.
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Am kommenden Samstag ist es wieder so weit: In der Gröbenzeller Wildmooshalle läuft eine große Impfaktion im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Gröbenzell – Bereits in der Vergangenheit wollte Ärztin Ulrike Breitkopf mithelfen. Genauso wie eine Apothekerin. Doch an die Spritze durften sie am Ende beide nicht.

Impfen, impfen, impfen: So lautet die häufig kolportierte Devise, um Corona in den Griff zu bekommen. Doch nicht jeder, der seine Freizeit opfern will, um dafür zu sorgen, dass die Quote an Vakzin-Verabreichungen steigt, darf dies tun. Ulrike Breitkopf, CSU-Gemeinderätin und praktizierende Ärztin, darf etwa bei den mobilen Impfaktionen in Gröbenzell nicht selbst an die Spritze.

Sie wäre gerne bereits bei der vierten Aktion im Dezember dabei gewesen. Immer macht sie das regelmäßig in der Praxis. Doch außerhalb musste sie sich auf organisatorische Tätigkeiten beschränken. Genauso erging es der Apothekerin Sonja Mayer. Zwar dürfen Apotheker nach einer theoretischen und praktischen Schulung (und wenn sie die dafür notwendigen Räumlichkeiten bieten) voraussichtlich ab Februar sogar Kinder ab zwölf Jahren impfen. Doch bei der Gröbenzeller Impfaktion durfte Mayer noch nicht einmal den Impfstoff auf die Spritzen aufziehen.

Team des Landratsamts

Das hat auch einen Grund, wie Ines Roellecke, Pressesprecherin des Landratsamtes, erklärt. Bei den Aktionen ist das Impfteam des Landratsamtes im Einsatz. Die Impfzentren seien staatliche Einrichtungen. Es handelt sich um Mitarbeiter des Landratsamtes, die auch darüber versichert sind, erläutert Roellecke.

Ein Arzt, der sich kurzfristig anbiete, würde zudem die Zahl der verabreichten Impfungen nicht unbedingt steigern. Einen Mangel an Ärzten im Impfzentrum habe es außerdem niemals gegeben, es seien immer so viele Mitarbeiter vor Ort, wie gebraucht wurden, um den vorhandenen Impfstoff zu verimpfen. Allerdings verweist die Landratsamtssprecherin auf die Möglichkeit, ohne Beteiligung des Impfzentrums zu impfen.

Für die Gröbenzeller Initiatoren der Aktion war dies allerdings keine Option. Die Einschaltung des Impfzentrums habe sich „als der einzig praktikable Weg erwiesen“, berichtet Sonja Froschauer. Es gibt einfach jede Menge Fragen zu klären: Wie kommen wir an die Impfdosen? Wie viele Dosen benötigen wir? Was passiert mit dem Impfstoff, der möglicherweise übrig bleibt? Wer dokumentiert die Impfungen? Wie werden die Impfungen abgerechnet? Wie können die Versichertenkarten eingelesen werden? Froschauer ist überzeugt: „Das hätte einen Riesenkuddelmuddel ergeben.“

Die Gröbenzellerin wollte im Sommer 2021 zusammen mit Jessica Freiherr etwas tun, damit mehr Menschen sich den rettenden Piks im Kampf gegen die Pandemie abholen. Sie hatten bemerkt, dass etwa im Nachbarlandkreis Dachau die Quote besser gewesen sei.

Impfbus

Die beiden recherchierten und fanden heraus, warum dies so sein könnte. „Im Dachauer Landkreis war ein Impfbus unterwegs“, erklärt Froschauer. Im Brucker Kreis habe es damals außer dem Impfzentrum gar nichts gegeben. Für sie und ihre Freundin, Jessica Freiherr, stand fest: Wir wollen aktiv werden, um ein niedrigschwelligeres Angebot zu schaffen. Sie holten sich noch Unterstützung von den Rotariern.

Mittlerweile haben sie bereits vier Impfaktionen durchgeführt, die Resonanz sei immer größer geworden. Sie berichten von älteren Mitbürgern, die sich hier impfen ließen, weil sie an der Anmeldung im Impfzentrum gescheitert seien. Am kommenden Samstag besteht nun wieder eine derartige Möglichkeit, sich impfen zu lassen, ohne den Heimatort zu verlassen.

Die Impfaktion mit Test

ist am Samstag, 5. Februar. Zwischen 9 und 15 Uhr können sich Bürger ab dem 12. Lebensjahr in der Wildmooshalle zum ersten, zum zweiten beziehungsweise zum dritten Mal impfen lassen. Um lange Wartezeiten in der Kälte zu vermeiden, werden die Impfwillligen gebeten, sich vorab beim Impfportal Bayern zu registrieren und einen Termin geben zu lassen. Die Organisatorinnen bitten zudem alle Impflinge um die Vorlage eines aktuellen Nachweises (maximal 24 Stunden alt) über einen negativen Corona-Test. Auch vor Ort wird eine kostenlose Testmöglichkeit angeboten. Wer diese nutzen möchte, sollte spätestens eine Viertelstunde vor dem Impftermin vor Ort sein.

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