Der Ton bei den Verhandlungen um zwei zentrale Grundstücke in Gröbenzell wird schärfer: Die Eigentümer pochen auf eine schnelle Lösung und setzen die Gemeinde unter Druck. Deren Vertreter zeigen sich davon sehr überrascht.
Gröbenzell – Die Eigentümer der Grundstücke der Alten Apotheke und der einstigen Bahnhofswirtschaft (heutige Hexe) in der Kirchenstraße machen Druck. Die Gebrüder Markus und Frederic Fontein, Geschäftsführer einer Germeringer Wohnungsbaugesellschaft, warnen: „Die Uhr tickt“. Eine Wortwahl, die beim Zweiten und Dritten Bürgermeister der Gemeinde Martin Runge (Grüne) und Axel von Walter (SPD) auf Verwunderung stößt.
Die Fonteins haben am Dienstag bei der Gemeinde einen Bauantrag für die beiden Grundstücke eingereicht. Dieser entspreche den Vorgaben des geltenden Bebauungsplanes, wie sie betonen. Sie sind überzeugt, dass einer Genehmigung nichts mehr im Wege stehen dürfte. Im Mai 2019 wollen sie anfangen, zu bauen. Läden, Praxen, Büros, 23 Wohnungen und eine Tiefgarage sollen auf beiden Grundstücken entstehen. Für das Grundstück „Alte Apotheke“ halten sie sogar bereits eine Baugenehmigung in den Händen. Für einen Antrag auf Vorbescheid für das Hexengrundstück erwarten sie in Kürze eine positive Entscheidung vom Landratsamt.
Wie die Brüder Fontein erläutern sind laut dem derzeit gültigen Bebauungsplan auf dem Grundstück zwei Baukörper auf einem Sockel vorgegeben, die eine hohe Versiegelung zur Folge haben und wenig Platz für Grün lassen. Die beiden Fonteins würden auf den Grundstücken daher eigentlich gerne ganz anders bauen (wie berichtet). Ihre Idee ist es, dort ein siebenstöckiges Gebäude zu errichten – mit einem begrünten Dach und einem öffentlichen begrünten Platz vor dem Gebäude in Richtung Süden.
Gleichzeitig laufen Verhandlungen mit der Gemeinde, das Areal in der Kirchenstraße gegen eine Fläche in der Bahnhofstraße einzutauschen. Die Gemeinde ist Eigentümerin mehrerer Grundstücke in der Straße. Derzeit wird mit einem Gutachten geprüft, welches Areal dafür in Frage käme. Einem solchen Tausch würden sich die Brüder Fontein zwar nicht verschließen, doch sie fürchten zahlreiche Unwägbarkeiten. Das Grundstück müsse wertgleich sein und über ein gesichertes Baurecht verfügen, stellen sie klar. Ein Baubeginn müsse darauf spätestens ab Mai 2019 möglich sein. Denn zu diesem Zeitpunkt laufen die bestehenden Mietverträge mit Mietern in der Hexe aus. Sie warnen: Sollte der Grundstückstausch nicht realisiert werden können und der Gemeinderat sich gegen ihre Idee der höheren aber platzsparenden Bebauung auf ihren Grundstücken in der Kirchenstraße aussprechen, werde die „städtebaulich unattraktive Variante, nämlich die Bebauung gemäß Bebauungsplan, realisiert“.
Der Bürgermeister der Gemeinde, Martin Schäfer (UWG), äußert sich grundsätzlich nicht zu einer möglichen Bebauung des Hexengrundstücks. Er und sein Bruder Michael haben das Grundstück an die Fonteins verkauft. Der Zweite Bürgermeister Martin Runge (Grüne) stellt einerseits klar, es sei das gute Recht der Brüder Fontein parallel zu planen. Gleichzeitig zeigt er sich von dem „teils forschen Ton“ der Fonteins überrascht und fragt sich, ob dies zielführend sei. Auch der dritte Bürgermeister, Axel von Walter (SPD), ist verwundert über die Art und Weise der Kommunikation der Brüder Fontein. Er wünscht sich: „Wir sollten weiter gemeinsam an einer Lösung arbeiten.“ (sus)