Wer wird Bürgermeister?

Stichwahl-Check: Die Gröbenzeller Kandidaten

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Diesmal ausschließlich per Briefwahl: Auch in Gröbenzell muss der amtierende Bürgermeister in die Stichwahl.

Am Sonntag ist Stichwahl in Gröbenzell. Das Tagblatt hat Martin Schäfer (UWG, amtierender Bürgermeister, 55 Jahre alt) und Anton Kammerl (CSU, Verlagskaufmann, 60 Jahre alt) befragt.

Tagblatt: Warum sollen die Gröbenzeller Sie zum Bürgermeister wählen?

Tagblatt: Warum sollen die Gröbenzeller Sie zum Bürgermeister wählen?

Anton Kammerl: Nach sechs Jahren ist es dringend Zeit für einen Wandel. Herr Schäfer konnte zu Beginn seiner Amtszeit die Sympathien der Bevölkerung gewinnen, weil er sich als ein nahbarer und volksnaher Bürgermeister gezeigt hat. Betrachtet man seine Arbeit als Bürgermeister konkret und sieht man genauer hin, bin ich überzeugt davon, dass das Rathaus transparenter und mit mehr Wertschätzung für die Mitarbeiter geführt werden muss.

Martin Schäfer: Weil ich die Erfahrung aus den vergangenen Jahren gut einbringen und unsere Projekte weiter voranbringen kann. Weil ich weiß, wie zeitaufwendig die Einarbeitung in dieses Amt ist, bis man wirklich effektiv arbeiten kann. Und weil ich gezeigt habe, dass ich Themen voranbringen kann, die Jahrzehnte nicht zu einer Entscheidung kamen. Weil ich motiviert bin die Projekte, die wir in Gröbenzell angestoßen haben, erfolgreich zu Ende zu bringen. Und weil ich weiß, was dafür zu tun ist.

Hat der erste Wahlgang Ihnen denn neue Erkenntnisse gebracht?

Hat der erste Wahlgang Ihnen denn neue Erkenntnisse gebracht?

Kammerl: Dass der amtierende Bürgermeister so schlecht abschneidet und 63 Prozent der Wähler nicht für ihn, sondern für andere Kandidaten stimmten, zeigt, dass es eine große Unzufriedenheit mit der Arbeit des amtierenden Bürgermeisters gibt.
Schäfer: Nein, hat er nicht. Das Ergebnis ist so, wie ich es erwartet habe.

Wenn Sie zum Bürgermeister gewählt werden sollten, was hat für Sie – außer der Bewältigung der Corona-Krise – dann oberste Priorität: Was wollen Sie als Erstes auf den Weg bringen?

Kammerl: Kassensturz machen und zusammen mit dem neuen Gemeinderat eine Prioritätenliste erarbeiten. Mir ist es wichtig, dass alle Gemeindeangestellten wieder gerne in Gröbenzell und für die Gemeinde arbeiten. Ich möchte den Abwanderungstrend der Angestellten im Rathaus stoppen und mit einem motivierten Team die wichtigen Themen angehen: soziale Infrastruktur für Jung und Alt.


Schäfer: Eine oberste Priorität gibt es für mich nicht. Wir haben in Gröbenzell eine Vielzahl an Projekten, die alle strukturiert fertiggestellt werden müssen. Dazu kommen immer wieder wichtige Themen, die nicht planbar sind. Denken Sie an die Asylthematik oder auch die aktuelle Krise. Oberste Priorität hat für mich, dass wir alle Herausforderungen meistern.

Was schätzen Sie jeweils
an Ihrem Mitbewerber um den Rathaus-Chefsessel?

Kammerl: Sein E-Bike, sein Lastenfahrrad. Als überzeugter Radfahrer verhält er sich umweltbewusst.

Schäfer: Herr Kammerl ist ein kreativer, künstlerisch begabter und sympathischer Kollege. Ein Freidenker, der nicht zögert frei heraus zu sagen, was ihm gerade durch den Kopf geht. Er lässt sich nicht gerne in Strukturen pressen und bringt immer wieder neue Blickwinkel ein.

Stichwahl-Check

Das Tagblatt gibt den Kandidaten im östlichen Landkreis Gelegenheit, sich mit den Erkenntnissen aus dem ersten Wahlgang noch einmal vorzustellen. Am kommenden Sonntag findet die Stichwahl in Gröbenzell, Olching und Puchheim statt.

von Susanne Schwind

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