- VonEva Laglerschließen
Dramatisch verlief der Samstag (10. Mai) für viele Einsatzkräfte aus dem Miesbacher Land. Hielt am Nachmittag der Rettungseinsatz auf der Gindelalm bereits zahlreiche Helfer in Atem, rief ein nächtlicher Großbrand im Weiler Freigut ein Großaufgebot an Feuerwehren auf den Plan.
Hausham – Ein gewaltiges Feuer hielt die Rettungskräfte aus dem Oberland in der Nacht zum Sonntag (11. Mai) gewaltig in Atem. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilte, brach das Feuer am späten Samstagabend (10. Mai) in einer Scheune im Gemeindebereich von Hausham aus bislang unbekannter Ursache aus. Die Tenne wurde dabei fast vollständig zerstört. Ein Wohnanbau wurde erheblich beschädigt, Menschen und Tiere kamen jedoch glücklicherweise nicht zu Schaden.
Vor allem die Feuerwehren aus Hausham, Agatharied und Schliersee hatten bereits einen schweren Einsatztag hinter sich, als die Bewohner des betroffenen Anwesens im Haushamer Weiler Freigut die Integrierte Leitstelle (ILS) alarmierten: Vom frühen Nachmittag bis in die Abendstunden waren die Floriansjünger auf der Gindelalm im Einsatz gewesen, wo ein 39-jähriger Quadfahrer mit seiner sechsjährigen Tochter in die Tiefe gestürzt war. Kräfte der Schlierseer Wehr hatten zudem noch die Polizei bei der Streckensicherung während des Sixtus-Laufs unterstützt, der aufgrund des Unglücks erst später am Tag starten konnte.
Als das Feuer gegen 22.40 Uhr in Freigut ausbrach, alarmierte die ILS laut dem Polizeipräsidium die regionalen Feuerwehren aus Hausham, Agatharied, Miesbach, Wörnsmühl, Hundham, Schliersee, Neuhaus und Rottach-Egern in den Einsatz.
Das betroffene Scheunengebäude konnte trotz des schnellen Eingreifens nicht mehr gerettet werden – es wurde von den Flammen fast vollständig zerstört. Den Wehren gelang es jedoch, ein Übergreifen auf den Wohnanbau weitestgehend zu verhindern. Laut dem Kommandanten der Haushamer Feuerwehr, Marcus Kober, entstand allerdings vor allem am Dachstuhl ein erheblicher Schaden.
„Um dem enormen Löschwasserbedarf zu decken, wurden ein Pendelverkehr eingerichtet und mehrere lange Förderleitungen verlegt“, berichtet die Feuerwehr Miesbach. „Zwei später angeforderte Bagger unterstützten die Einsatzkräfte beim kontrollierten Abbruch der Tenne, um verbliebene Brandherde gezielt zu erreichen und ablöschen zu können“, so der Kommandant der Feuerwehr der Stadt Miesbach, Matthias Resch, dessen Mannschaft nach fünf Stunden aus dem Einsatz herausgelöst werden konnte, während die zuständigen Ortsfeuerwehren die abschließenden Nachlöscharbeiten fortführten.
Mit dem Scheunengebäude wurden laut Polizei auch die dort eingestellten Fahrzeuge und andere Gerätschaften Raub der Flammen. Der entstandene Sachschaden beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf einen mittleren sechsstelligen Betrag. Für die Dauer der Lösch- und Ermittlungsarbeiten musste die Kreisstraße MB 8 für den Verkehr für mehrere Stunden gesperrt werden. Für viele der Helfer endete dieser Einsatz erst gegen 6 Uhr morgens.
Die ersten Maßnahmen vor Ort erfolgten durch die örtlich zuständige Polizeiinspektion Miesbach. Noch in der Nacht begannen dann Beamte des Kriminaldauerdienstes der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim mit den Ermittlungen am Brandort in dieser Sache, die von den Brandfahndern des zuständigen Fachkommissariats 1 der Kriminalpolizeistation Miesbach weitergeführt werden.
