VonVeronika Ahn-Tauchnitzschließen
In der Lenggrieser Gemeinderatssitzung am Montag gab es grünes Licht für den Bau eines neuen Sechser-Sessellifts und die Erweiterung der Beschneiung.
Lenggries – „Schrödelsteinbahn“ heißt der Sechser-Sessellift, den die Brauneckbahn im Finstermünzkessel plant. Sie ersetzt den alten Doppel-Sessellift. Auch der Schlepper am Bayernhang wird demontiert. „Die Leute sagen eigentlich schon seit Jahrzehnten, dass da ein neuer Sessellift hinmuss“, sagte Bürgermeister Werner Weindl am Montag in der Gemeinderatssitzung, in der es um die Pläne ging. „Es ist ein guter Schritt fürs Brauneck“, ist Weindl überzeugt.
Der Trassenverlauf des Lifts bleibt beim Neubau, der voraussichtlich im Frühjahr 2019 in Angriff genommen wird, unverändert. Die Skifahrer dürfen sich aber auf deutlich mehr Komfort freuen. Geplant ist eine moderne Anlage mit Wetterschutzhauben, beheizten Sitzen, automatischer Verriegelung und einem höhenverstellbaren Förderband für einen sicheren Einstieg gerade für Kinder. Schafft der bestehende Lift pro Stunde nur 650 Sportler auf den Berg, werden es nach dem Neubau 2400 sein. „Das ist im Moment ja ein ziemliches Nadelöhr. Es ist eine tolle Sache, wenn das anders wird“, sagte Bauamtsleiter Anton Bammer.
Die Standorte der Tal- und Bergstationen bleiben weitgehend unverändert. „Die Bergstation wird ähnlich wie beim Milchhäuslexpress aussehen, nur farblich etwas anders, damit sie am Berg möglichst wenig auffällt“, sagte Bammer. Generell sei darauf zu achten, so der Bauamtsleiter weiter, dass wenig „nackter Beton“ zu sehen ist. Dies könnte durch „Spaliere, Berankungen und eine lockere Auflattung“ verhindert werden. Vielleicht wäre es zudem möglich, das Dach der Talstation zu begrünen, regte Bernhard Simon (CSU) an. „Das wirkt natürlicher, wenn man von oben draufschaut.“ Grundsätzlich sehe er das Projekt „positiv“, so Simon.
Diese Auffassung teilten die anderen Gemeinderäte. Dem Neubau des Lifts wurde zugestimmt.
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Gegen die Stimme von Stephan Bammer (FW) gab das Gremium auch grünes Licht für die Erweiterung der Beschneiung im Bereich Finstermünz. Geplant ist der Anschluss an die bestehende Beschneiung. Das benötigte Wasser wird aus dem Speicherteich am Garland über zwei Pumpstationen zur geplanten Anlage transportiert. Damit das Wasser auch in extrem schneearmen Wintern reicht, möchte die Bergbahn Grundwasser aus einem Tiefbrunnen nahe dem Schneiteich an der Brauneck-Talstation entnehmen. „Das ist aber wirklich nur eine Notfallgeschichte“, sagte Anton Bammer. Maximal 35 Liter pro Sekunde und höchstens 40 000 Kubikmeter pro Jahr sollen entnommen, hoch zum Garland gepumpt und von dort zur Finstermünzbeschneiung verteilt werden.
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Drei mögliche Standorte für den Tiefbrunnen stehen zur Auswahl. „Man muss einfach schauen, wo es passt“, sagte Bammer. Vor allem dürfe die benachbarte Hochwasserentlastung des Lahnerbachs durch den Tiefbrunnen nicht beeinträchtigt werden.
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Beantragt war darüber hinaus, die bislang befristete Erlaubnis, Grundwasser aus der oberen und unteren Mühlbachquelle zu entnehmen, in eine unbefristete Genehmigung umzuwandeln. Das möchte der Gemeinderat aber nicht. Bislang sei die Erlaubnis erteilt, solange es Skibetrieb am Brauneck und damit auch eine Notwendigkeit zur Beschneiung gebe, so Anton Bammer. Und dabei sollte man es auch belassen.
