- VonJosef Ostermairschließen
Jetzendorf/Petershausen – Auch wenn das Treffen der Gemeinderäte von Jetzendorf und Petershausen am 19. Juli, das bezüglich des gemeinsamen Engagements für Windkraftanlagen anberaumt worden war, verschoben wurde, wollen sich die Grünen in Jetzendorf zum Thema Windenergie klar positionieren. In einer Presseerklärung begrüßen sie ausdrücklich Gespräche beider Ratsgremien mit dem Ziel eines nachbarschaftlichen Windenergieprojekts.
Aussagen von Bürgermeister Manfred Betzin, wonach es eine genossenschaftliche Bürgerbeteiligung geben sollte, finden bei den Grünen deutliche Zustimmung.
Im Wald zwischen den beiden Gemeinden bestünde auf Jetzendorfer Seite entsprechend des Teilflächennutzungsplans „Windkraft“ die Möglichkeit, ein Windrad zu bauen. Doch so weit ist man noch nicht, weder in Jetzendorf noch in Petershausen.
Bei Fachleuten erkundigt
Die Jetzendorfer Grünen haben sich schon bei Fachleuten kundig gemacht, welche Möglichkeiten bestehen, Windkraft im Gemeindebereich optimal umzusetzen. „Die Sicherung der Energieversorgung für Bürger und Unternehmen zu vertretbaren Preisen hat Priorität“, sagt der Jetzendorfer Grünen-Gemeinderat André Klimsch. „Und das geht Hand in Hand mit dem Klimaschutz! Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und die Erpressungszenarien in Sachen Gas zeigen deutlich, dass uns eine Stromerzeugung vor Ort schützen kann, und das bedeutet Windenergie und Solarenergie.“
Manche wachen jetzt plötzlich auf
Manche wachten jetzt plötzlich auf und und würden von Freiheitsenergie oder Heimatenergie sprechen, „wir Grünen fordern seit Langem den Ausbau der erneuerbaren Energien, was auf vielen Ebenen von bestimmten Gruppen verhindert wurde und wird. Handeln müssen wir jetzt, denn noch können wir Standort, Bürgerbeteiligung und Geschäftsmodell mitgestalten“.
„Statt auf andere Bundesländer, andere Landkreise oder andere Gemeinden zu zeigen, bauen wir lieber Windkraft und Photovoltaik bei uns aus, so leisten wir unseren Beitrag zur Bewältigung der Versorgungs- und der Klimakrise und es bleiben Erträge bei uns“, betont Ursula Gross-Dinter, die Co-Ortsvorsitzende in Jetzendorf. „Wir haben im Landkreis Pfaffenhofen eine erfolgreiche Bürgerenergiegenossenschaft, die wollen wir ins Boot holen.“
Der Co-Ortsvorsitzende Helmut Euringer verweist auf die Vorteile einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit über Gemeinde- und Landkreisgrenzen hinweg: „Es liegt auf der Hand, abgestimmte Planungen und geteilte Kosten, zum Beispiel für die Anschlussleitung in das öffentliche Stromnetz, kommen allen zugute. Es geht nicht darum, dass die einen den anderen was vor die Nase setzen, sondern dass beide Kommunen einen Beitrag leisten und beide etwas davon haben.“
Wolfgang Braun vom grünen Arbeitskreis Energie formulierte es zugespitzt; „Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und Klimaschutz haben Vorrang vor Befindlichkeiten wie ,das Windrad stört meine Aussicht’. Jetzt muss gehandelt werden, seit dem kurzen Aufschwung nach dem Unfall von Fukushima haben wir zehn Jahre verloren.“
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Josef Ostermair