VonMarlene Kadachschließen
Der Grünen-Kreisverband Miesbach sieht den Ausbau der B318 kritisch. Zwar sei eine Verbesserung nötig, die Dimension des jetzigen Bauvorhabens sei aber zu groß.
Holzkirchen – Am morgigen Freitag findet der Spatenstich für den vierspurigen Ausbau der B 318 bei Holzkirchen statt (wir berichteten). Der Grünen-Kreisverband Miesbach sieht das Bauvorhaben kritisch, wie er in einer Pressemitteilung verkündet.
An jedem Tag würden in Bayern „über 21 Hektar unserer Heimat unter Asphalt, Beton, Gebäuden, für Straßen, Gewerbegebiete, Discounter und Parkplätze“ verschwinden. Aus Sicht der Grünen hat das Straßenbauamt daher bei der Planung eine Chance vertan: „Statt eine moderne, flexible Straßenführung zu planen, die weniger Fläche und Ressourcen verbraucht, wurde auf einer teuren, überdimensionierten Brücke und einem maximalen Straßenausbau bestanden.“ Das Tor zum Oberland werde künftig mit Beton und Asphalt in Verbindung gebracht.
Dabei sei eine Verbesserung der B 318 auch bei den Grünen unstrittig. „Durch die ständige Zunahme des Lkw-Verkehrs ist die Autobahnausfahrt Holzkirchen bei Rückstaus gefährlich geworden. Und das Gewerbegebiet in Föching muss besser an die B 318 angebunden werden“, sagt Robert Wiechmann, Fraktionssprecher der Grünen in Holzkirchen. Es gehe um die Dimension. „Man hätte die B 318 bei annähernd gleicher Leistungsfähigkeit und ohne Einschränkung der Verkehrssicherheit preiswerter und mit deutlich weniger Flächenverbrauch ertüchtigen können.“ 2014 gab der Ortsverband eine Stellungnahme zur Planfeststellung ab, forderte als Alternative „zur sehr großen und sehr teuren Brücke ins Gewerbegebiet einen zweispurigen Kreisverkehr“ und „statt einer vierspurigen Straßenführung einen dreispurigen Ausbau mit wechselnder Richtungsanzeige.“ Die Idee einer Grünbrücke wurde nicht aufgenommen.
Wegen der wilddichten Zäune werde sich westlich der B 318 kein Rehwild halten. „Das ist das Gegenteil der Förderung der Artenvielfalt, welche die Bundesregierung in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie propagiert«, so Kreisvorsitzender Christian Kaiser. Mit überdimensionierten Straßen verliere Bayerns Kulturlandschaft an Reiz. Es wäre intelligenter, mit dem Geld den Ausbau des BOB-Fahrplans zu finanzieren.
