Grundschule „Am Hardt“: 14 Entwürfe für den Anbau - Sieger steht fest

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Über Platz eins freuen sich Jennifer Cebulsky (r.), Klaus Friedrich (2.v.r) und Stefan Zwink (3.v.r.). Mit im Bild sind (v.l.) Stadtbaumeisterin Katrin Fischer, Schulleiterin Ursula Taffertshofer, Preisgerichts-Vorsitzender Ulrich Holzscheiter und dritte Bürgermeisterin Angelika Flock.
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14 Architekten-Teams haben ihre Ideen für die Erweiterung der Grundschule „Am Hardt“ eingereicht. Die Entwürfe sind diese Woche in der Großen Hochlandhalle zu sehen.

Weilheim – Ja, ein bisschen kritisch wurden die Konkurrenz-Vorschläge in der Großen Hochlandhalle in Weilheim schon beäugt. Da wurde getuschelt, diskutiert, an mancher Stelle auch hinter vorgehaltener Hand etwas gemeckert. 14 Teams, jeweils bestehend aus Architekten und Landschaftsarchitekten, hatten Pläne im Rahmen des Wettbewerbs „Erweiterung und Neubau der Grundschule Am Hardt“ eingereicht. Am Montagnachmittag kamen einige der Architekten in die Hochlandhalle, wo die Ausstellung des so genannten Realisierungswettbewerbs eröffnet wurde. Freilich warfen da viele einen Blick auf die Ideen der Konkurrenz, kommentierten die untereinander mal mehr, mal weniger positiv. Geändert hat’s nichts mehr. Denn als die zweite Bürgermeisterin Angelika Flock die Ausstellung eröffnete, da standen die Platzierungen längst fest.

Eine Jury aus sechs Architekten, einem Landschaftsarchitekten sowie sechs Stadtratsmitgliedern hatte die eingereichten Entwürfe bereits Anfang Oktober bewertet. „Von 9 Uhr bis nach 22 Uhr“, betonte Flock in der Hochlandhalle und sagte beim Blick durch den Raum: „Wir sind hier umgeben von ganz wunderbaren Wettbewerbsarbeiten.“

Büros aus München überzeugen

Die Architekten und Landschaftsarchitekten hatten den Auftrag, einen Erweiterungsbau für die Grundschule zu entwerfen, um das Raumproblem – vor allem im Hinblick auf die Offene Ganztagsschule – zu lösen. Denn es mangelt seit Jahren am Platz. Zudem sollten auch die Außenanlagen neu gestaltet werden. „Eine wichtige Aufgabe war es, den Verkehr zu entzerren“, sagte Stadtbaumeisterin Katrin Fischer im Gespräch mit der Heimatzeitung. Der Anbau soll zudem „wirtschaftlich und mit möglichst geringem CO2-Fußabdruck“ sein.

Das ist aus Sicht der Jury einigen Büros besser gelungen als anderen. Auf Platz drei landete der gemeinsame Plan von „Reichert Schulze Architekten“ und den „ah Landschaftsarchitekten“ aus Stuttgart. Rang zwei belegten „Puppendahlarchitektur“ (Münster) und „Michellerundschalk Landschaftsarchitektur“ (München). Beide planten einen Anbau, der zum bisherigen Schulgebäude versetzt Richtung Hardtkapellenstraße entstehen würde.

Der Entwurf der Sieger: An das bestehende Gebäude (Baukörper unten) soll über einen Verbindungsgang der Anbau angegliedert werden. Zwischen diesem und der Turnhalle (teilweise links zu sehen) entsteht dann eine Art „Ankommensplatz“.

Diesen Ansatz verfolgt auch der Entwurf von „Friedrich Poerschke Zwink Architekten Stadtplaner“ und „bl9 Landschaftsarchitekten Roser Cebulsky“ aus München, mit dem sie den ersten Platz erzielten. „Wir haben sehr lange und intensiv diskutiert“, schilderte Klaus Friedrich bei der Ausstellungseröffnung. „Die Positionierung von Gebäuden spielt eine große Rolle.“ Sie lenke Besucher instinktiv. Letztlich entschieden sich die Architekten dafür, den Anbau nach Norden zu versetzen. Dieser ist zweigeschossig und hat in der Mitte eine „große Freitreppe, die Licht von oben erhält und den Blick nach Süden ermöglicht“. Auch im bisherigen Schulgebäude sei die Treppe zentral und ein beliebter Treffpunkt – daran wurde sich orientiert. Im Anbau sei Platz für die Mensa, die Ganztagsschule, die Verwaltung und Fachräume. Mit etwa 36 mal 36 Metern sei es ein „kompakter Vorschlag, der möglichst wenig Fläche neu versiegelt“, sagte Friedrich. Als Baumaterialien sind Beton und Holz vorgesehen.

Sieger hat den Auftrag noch nicht in der Tasche

Durch das Versetzen des Anbaus entsteht zwischen den beiden Gebäudeteilen und der Turnhalle ein großer Hof – laut Jennifer Cebulsky ein „Ankommensplatz“. „Uns war wichtig, dass er verkehrsfrei und sicher ist“, schilderte die Landschaftsarchitektin. Deshalb soll der Parkplatz auf die andere Seite der Turnhalle verlagert werden, der Sportplatz würde dafür Richtung Süden verlegt.

Mit dem ersten Rang im Wettbewerb hat das Architekten-Team aber noch keinen Auftrag in der Tasche. Die drei Erstplatzierten haben nun die Möglichkeit, sich und ihre Pläne konkreter vorzustellen. „Wir wollen sehen, ob sie das Projekt auch umsetzen können“, erläutert Fischer. Zudem dürfen die Büros Angebote vorlegen. Voraussichtlich im Januar entscheidet dann der Stadtrat, wer den Planungsauftrag erhält. In die Entscheidung fließt unter anderem die Platzierung im Wettbewerb ein, sagt die Stadtbaumeisterin. „Der Erste hat also einen Vorsprung.“

Die Ausstellung

der Wettbewerbs-Beiträge ist bis Freitag, 18. November, von 13 bis 16 Uhr in der Großen Hochlandhalle in Weilheim zu sehen.

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