VonHelmut Hobmaierschließen
Kein Desinfektionsraum, uralte Leitungen – und akute Raumnot. Selbst die Rettungswagen passten nicht mehr in die Garagen. Kurz: Die aus den 60er-Jahren stammende BRK-Zentrale war marode, ein Neubau überfällig. Am Montag nun war feierliche Grundsteinlegung für das 7,5-Millionen-Euro-Projekt. Es wird die Rotkreuz-Schaltzentrale der Zukunft.
Freising – Pläne und Münzen, Zeitungen und sogar die aktuelle Kostenberechnung – das alles wurde in einen Stahlzylinder versenkt, der dann von einem halben Dutzend prominenter Zeitgenossen im Grundstein eingemauert wurde. Der wiederum bildet jetzt das Fundament für einen BRK-Neubau, der Jahrzehnte des Mangels, der Beengtheit und der Unzulänglichkeit beenden soll.
BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl schilderte eindringlich die bisherige Raumnot. Die Garage war so klein, dass man nicht einmal um den Rettungswagen herumgehen konnte, um die Trage zu entnehmen. Auch fehlte bisher dringend ein Rückzugsraum für die Rettungsdienstmitarbeiter nach anstrengenden Einsätzen. Nicht zuletzt entsprächen auch die technischen Verhältnisse „in keiner Weise“ mehr heutigen Anforderungen. Niemals aber hätte man den Neubau an traditionsreicher BRK-Stätte (Rotkreuzstraße!) realisieren können, wenn man nicht Großfahrzeuge und Katastrophenmaterial nach Marzling hätte auslagern können.
Dass der BRK-Kreisverband bei dem Großprojekt viele Hürden mit Beharrlichkeit gemeistert habe, dafür gab es von allen Festrednern Lob – ebenso für die wichtige Arbeit der Rotkreuzler.
Vor etwa vier Jahren hatte man mit der Planung begonnen, wobei die Finanzierung die größte Herausforderung war. Es gab keine Zuschüsse, der BRK-Kreisverband muss alles mit Krediten stemmen. Im Erdgeschoß wird es eine Parkgarage für Einsatzfahrzeuge geben, ein Medizinlager, die Kühlung für den Service „Essen auf Rädern“ und eine Kleiderkammer. Das erste Obergeschoß wird von den Mitarbeitern des Rettungsdienstes und der Verwaltung genutzt. Im zweiten Stock werden Funktionsräume für Jugendarbeit, Altenpflege und Schulungen entstehen. Realisiert wird das Projekt in zwei Bauabschnitten. 2019 will man mit dem Komplex für die Verwaltung und den Rettungsdienst fertig werden – der Rest wird umgesetzt, wenn auch dafür die Finanzierung steht.
Weil das BRK auch während der Bauphase einsatzbereit sein muss, hat man vieles ausgelagert – etwa ins Katastrophenschutzzentrum des BRK in Marzling. Der Notarztstützpunkt fand in einem Pavillon an der Düwellstraße eine Bleibe. Dorthin wurde auch die Kleiderkammer verlegt. Zwei Rettungswagen, ein Krankentransportwagen und das Einsatzleitfahrzeug bleiben vorerst noch auf dem BRK-Stammplatz – an der Rotkreuzstraße.

