Bedarfsermittlung durch Studenten

Gute Resonanz bei Umfrage zum Waakirchner Bürgerbus - Gemeinde will Elektrobus und Ladestation anschaffen

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Der Holzkirchner Ortsbus kurvt durchs Zentrum. Der geplante Waakirchner Bürgerbus folgt einem anderen Konzept, hat aber das gleiche Ziel: Verkehr verringern und Mobilität verbessern. Foto: Archiv tp
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Der Waakirchner Ortsbus wird ein Kleinbus sein. Ein Elektro-Fahrzeug mit neun Sitzplätzen, wendig und wintertauglich. Aktuell holt die Gemeinde ein Kostenangebot für Bus und Ladestation ein.

Waakirchen - Die Kosten zu kennen, sei wichtig für den Förderantrag, erläutert Bürgermeister Norbert Kerkel. Wie berichtet, hofft die Gemeinde auf Zuschüsse aus dem Leader-Programm des Freistaats. Ob die fließen, hängt auch vom Bedarf ab. Der wurde jetzt bei einer Umfrage durch Studenten der TU München ermittelt. Das Ergebnis wird am Freitag bei einer Präsentation im Waitzinger Keller in Miesbach vorgestellt, organisiert von Simon Kortus, Leader-Manager der LAG (Lokale Aktionsgruppe Kreisentwicklung Miesbacher Land). Die LAG hatte das Studierendenprojekt „Kommunal- und Landentwicklung“ angestoßen. In dessen Rahmen fand eine Befragung der Waakirchner statt.

99 ausgefüllte Fragebogen

In der Folge gingen 99 ausgefüllte Fragebogen bei der Gemeinde ein. „Das ist wirklich sehr erfreulich“, sagt Kerkel, der das Ortsbus-Projekt zügig vorantreibt. Angestoßen hat es sein Schaftlacher Nachbar Eckard Schmitt. Der hatte das Ergebnis der Befragung gestern erstmals in Händen. „Demnach wollen fast 100 Prozent den Ortsbus nutzen“, stellt er fest. Heißt: Alle, die per Fragebogen eine Rückmeldung gegeben haben, wollen das neue – für die Bürger kostenlose – Angebot in Anspruch nehmen.

Verbindung zum Bahnhof und zum Supermarkt

Gefragt sind vor allem Fahrten zum Bahnhof und zum Supermarkt. „Die Befragung ist sehr aussagekräftig“, findet Schmitt. Zwar scheine die Zahl von knapp 100 Fragebogen nicht allzu hoch, doch hinter den meisten Antworten stehe kein Einzelner, sondern eine ganze Familie. Zudem sei der Aufwand für die Ausfüller relativ hoch gewesen: „Man musste sich den Fragebogen erst herunterladen.“ Persönlich werde er in der Gemeinde oft auf den geplanten Bürgerbus angesprochen: „Die Leute sind ganz heiß darauf.“ Auf die oft gehörte Frage, wann der Ortsbus denn starten kann, hat Schmitt allerdings noch keine Antwort: „Bis dahin ist noch viel zu tun.“

Rund 20 ehrenamtliche Fahrer

Das Wichtigste scheint aber unter Dach und Fach: Es stehen genügend ehrenamtliche Fahrer bereit. Sie sind Voraussetzung für das Konzept. Etwa 20 Freiwillige hätten sich gemeldet und auch schon zu Vorbesprechungen getroffen, erklärt Schmitt. Dabei wurde auch Kritisches beredet. Was tun, wenn 20 Leute an der Haltestelle stehen, aber nur Platz für einen ist? Wie reagieren, wenn ein Mitfahrer randaliert? „Es ist gut, sich auf alles vorzubereiten“, meint Schmitt.

Umsetzung kostet Zeit

Gesetzt ist, dass der Bürgerbus stündlich fahren wird, und dies im Takt mit dem Zug, der am Schaftlacher Bahnhof anhält. Getüftelt wird an den Routen und Zeiten. Ins Auge gefasst sind Fahrten am Werktag von 8.18 bis 18 Uhr, samstags bis 20 Uhr. Am Sonntag fährt der Bürgerbus nicht. Ob ein Bus genug ist oder ein zweiter angeschafft wird, ist noch offen. Zunächst, so Kerkel, warte die Gemeinde auf eine Förderzusage: „Das Ganze wird noch etwas dauern.“  

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