Traditionsevent im Mangfalltal

Haben Oldtimer Rallyes eine Zukunft? ADAC äußert sich zur Absage der Bavaria Historic

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Sind die Zeiten für Oldtimer-Sportveranstaltungen wie die ADAC Bavaria Historic bald vorbei?
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Über drei Jahrzehnte hatte die ADAC-Oldtimer-Rallye „Bavaria Historic“ Tradition in der Region. Doch zur 35. Auflage Ende Mai wird es heuer nicht kommen. Die Gründe dafür und was das für die Zukunft für die Aiblinger Veranstaltung bedeutet, erklärt ADAC-Sprecher Daniel Geradtz.

Bad Aibling – Gemütlich zum Maxlrainer Oldtimertreffen „Oldie Feeling“ an Fronleichnam und an drei Tagen auf Tour durch das Voralpenland gehen, danach miteinander feiern und im besten Fall auf dem Siegertreppchen stehen – über 30 Jahre zog die Oldtimer-Rallye „Bavaria Historic“ zahlreiche Teilnehmer mit ihren „Perlen auf vier Rädern“ ins Mangfalltal. Nur während der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 fiel die Traditionsveranstaltung aus. Kommt sie nun aber gar nicht mehr auf die Füße beziehungsweise gerät sie endgültig unter die Räder? Wir sprachen mit Daniel Geradtz vom ADAC Südbayern über die Absage der 35. Bavaria Historic, die am 30. Mai an den Start gehen sollte.

Nicht betroffen von der Absage sind das Oldtimertreffen auf der Schlosswiese Maxlrain und die Rallye „Maxlrain Classic“ am Donnerstag, 30. Mai, und die Oldie Night an der Aiblinger Ausstellungshalle am Freitag, 31. Mai.

Herr Geradtz, als Grund für die Absage der 35. Bavaria Historic nennt der ADAC zu geringe Teilnehmerzahlen. Können Sie das genauer erläutern?

Daniel Geradtz: Die ADAC Bavaria Historic wurde vor 35 Jahren ins Leben gerufen und hatte ihre Glanzzeit vor rund 20 Jahren mit bis zu 180 Teilnehmern. Danach sank die Teilnehmerzahl und durch die Corona-Pandemie kam ein Einbruch. Pandemiebedingt musste die Oldtimer-Rallye 2020 und 2021 abgesagt werden. Nach der Pandemie konnte leider nicht mehr an die Teilnehmerzahlen der Vergangenheit angeknüpft werden. Bei der Neuauflage 2022 nahmen 60 Teams teil, im vergangenen Jahr waren es noch 53.

Wie viele Anmeldungen hatten Sie für 2024 und wie viele wären nötig gewesen, damit die Bavaria Historic hätte durchgeführt werden können?

Daniel Geradtz: Die organisatorischen Aufwände einer solchen Rallye – angefangen von den Genehmigungsprozessen bis zur Durchführung der Wertungsposten und Besetzung der Streckenposten – sind enorm. Schon in den vergangenen Jahren war die Teilnehmerzahl zu gering, um die Veranstaltung kostendeckend durchzuführen. Heuer hatten sich zum Nennschluss rund 40 Teilnehmer angemeldet und damit nochmals weniger als im vergangenen Jahr. Schweren Herzens mussten wir daher die Reißleine ziehen und die Veranstaltung für dieses Jahr absagen. Wir bedauern dies – insbesondere für unsere beteiligten Partner und die Teilnehmer, die sich auf eine 35. ADAC Bavaria Historic gefreut haben. Umso mehr freuen wir uns aber, dass wir die eintägige 4. ADAC Maxlrain Classic weiterhin durchführen können.

Wie ist hier der Ablauf?

Daniel Geradtz: Sie startet an Fronleichnam, 30. Mai, im Rahmen des Maxlrainer Oldie Feelings. Bei der eintägigen ADAC Maxlrain Classic kommen eingefleischte Freunde des Oldtimer-Sports ebenso auf ihre Kosten wie Interessierte, die einmal hineinschnuppern wollen. Eine Anmeldung zur ADAC Maxlrain Classic ist im Übrigen noch bis zum 18. Mai möglich.

Was denken Sie, sind die Gründe für die rückläufigen Teilnehmerzahlen?

Daniel Geradtz: Grundsätzlich sind die Teilnehmerzahlen bei fast allen Veranstaltungen dieser Art rückläufig. Speziell im süddeutschen Raum ist der Rückgang gravierend. Bereits in den vergangenen Jahren mussten verschiedene Veranstalter in Süddeutschland ihre Oldtimer-Rallyes absagen. In diesem Jahr trifft es nun leider auch die ADAC Bavaria Historic.

Nimmt das Interesse generell ab?

Daniel Geradtz: Zwar ist die Faszination für Oldtimer weiter ungebrochen. Das erleben wir jährlich auf unserem Oldtimer Festival, dem Maxlrainer Oldie Feeling, das ein echter Besuchermagnet ist. Auch in diesem Jahr erwarten wir am 30. Mai auf der Maxlrainer Schlosswiese wieder mehrere tausend Oldtimer und um die 10.000 Besucher. Die Teilnahme an einer Oldtimer Rallye und das Bewältigen der Sollzeitmessstellen spricht aber eine sehr spezielle Zielgruppe, die immer kleiner wird. Leider fehlt es an Nachwuchs, der die Faszination Oldtimer-Sport lebt.

Wie optimistisch sind Sie, dass es im kommenden Jahr besser ausschauen könnte? Beziehungsweise: wie sehen Sie die Zukunft der Bavaria Historic?

Daniel Geradtz: Nach der Absage werden wir natürlich in die Analyse gehen, ob wir dem Teilnehmerschwund entgegenwirken können. Wir bleiben optimistisch, dass es eine erfolgreiche Zukunft der ADAC Bavaria Historic gibt. Es ist jedoch noch zu früh, darüber etwas sagen zu können.

Ist eventuell daran gedacht, am Konzept etwas zu ändern?

Daniel Geradtz: Bereits in der Historie der ADAC Bavaria Historic wurde das Konzept immer wieder angepasst, um den Wünschen der Teilnehmer Rechnung zu tragen und die Veranstaltung attraktiv zu halten. Natürlich werden wir uns in unserer Analyse auch das Konzept noch einmal genau ansehen. Erst danach können wir mehr sagen über die Zukunft und eine etwaige Neuausrichtung der Veranstaltung.

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