VonLeyla Yildizschließen
Auf dem Gelände der OTH Regensburg durfte der Billig-Online-Händler Shein einen Stand aufbauen. Es hagelte Kritik von Studierenden und Hochschulangehörigen.
Regensburg - H&M, C&A oder ZARA: Diese Modeketten sowie viele weitere sind vor allem dafür bekannt, dass sie schnell und trendbezogen Kollektionen designen und unter die Leute bringen. Die Preise für die Kleidungsstücke, so der Vorwurf vieler NGOs und Kritiker, sind meist aufgrund der sehr niedrigen Produktionskosten und der Hungerlöhne für die Näherinnen und Näher besonders günstig. Per Definition nennt sich das Fast Fashion und ist nicht gut für die Umwelt.
Einer der vielen Online-Händler, der genau dieses Modell fährt, ist Shein. Das chinesische Unternehmen liefert in fast 200 Länder preiswerte Klamotten, ist vor allem bei Influencern sehr beliebt und steht schon seit Jahren in der Kritik für seine schlechte Nachhaltigkeits-Bilanz. Shein hat nun aber auch seine Zelte außerhalb des Internets aufgeschlagen - wie das jüngste Beispiel in Regensburg zeigt.
OTH Regensburg erlaubt Shein-Stand auf ihrem Gelände: „Bedauerlicher Fehler“
An der OTH, der Ostbayerischen technischen Hochschule, durfte der Online-Händler einen Stand aufbauen. Doch das sorgte für Unmut unter den Studierenden und Hochschulangehörigen, wie ein Post der Hochschule auf Facebook erahnen lässt. Die Pressestelle der Hochschule bestätigte auf Nachfrage von IPPEN.MEDIA den Fall.
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In dem Post entschuldigte sich die Hochschulleitung für die Genehmigung, die sie für den Shein-Stand erteilt hatte. „Dies war ein bedauerlicher Fehler, für den wir uns aufrichtig entschuldigen“, erklärt die Pressestelle auf Nachfrage. Besonders heikel: Die Hochschule hat sich die Themen Nachhaltigkeit, Klimagerechtigkeit und Gesundheit auf die Fahne geschrieben und diese sogar fest in ihrem Entwicklungsplan verankert. „Die Präsenz von Shein auf unserem Campus steht nicht im Einklang mit unseren grundlegenden Werten und Standards, insbesondere im Hinblick auf Nachhaltigkeit“, heißt es.
Shein-Stand auf Gelände der OTH Regensburg: Im Widerspruch mit Werten der Hochschule
Wie es überhaupt zu der Genehmigung kommen konnte, darüber will die Hochschule nicht so recht Auskunft geben. Sie erklärt lediglich: „Die Genehmigung von Aktionen auf dem Campus erfolgt in der Regel durch die Hochschulleitung und einen externen Buchungsdienstleister. Bedauerlicherweise wurde die Genehmigung für den Shein-Stand erteilt.“
Die Konsequenz aus dem Vorfall sei nun, die Genehmigungsprozesse genaustens zu überprüfen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Auf dem Gelände der Hochschule finden immer wieder solche Aktionen statt.
Nach Kritik von Studierenden und Hochschulangehörigen: Shein-Aktion vorzeitig abgebrochen
Der Stand von Shein, bei dem die Studierenden die App des Online-Händler herunterladen konnten und dafür ein Non-Food-Geschenk erhielten, durfte nicht bis zum Schluss stehen bleiben. „Die Aktion wurde vorzeitig beendet. Wir haben schnellstmöglich Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass der Stand nicht bis zum ursprünglich geplanten Ende stehen blieb“, erklärt die Hochschule. (ly)
Der Onlinehändler Temu steht ebenfalls in der Kritik. Dort lauern Kundenfallen.
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