Unterwegs im Wohnmobil: Große Freiheit auf 16 Quadratmetern

Unterwegs im Wohnmobil: Große Freiheit auf 16 Quadratmetern

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Entspannen vor dem Wohnmobil: Neuchings Bürgermeister Hans Peis fährt mit seiner Ehefrau Helga seit gut 30 Jahren im Camper in den Urlaub. Die beiden genießen es, selbst zu entscheiden, wo sie Halt machen.
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Wohnmobile werden immer beliebter. Einer, der den Urlaub im Kleinformat genießt, ist Neuchings Bürgermeister Hans Peis. Warum? Das erzählt er bei uns.

NeuchingHans Peis liebt die große Freiheit, wenn er mit seiner Frau Helga (beide 67) im Wohnmobil unterwegs ist. Seit gut 30 Jahren reist der Neuchinger Bürgermeister damit durch Europa. Damit ist er nicht allein: 1024 Wohnmobile sind im Landkreis Erding angemeldet, das sind 71,8 Prozent mehr als im Jahr 2011. Damit kommen rund 7,5 Wohnmobile auf 1000 Einwohner.

Das Ehepaar Peis hat sich seit den 1990er Jahren ein Reisemobil ausgeliehen. Vor sieben Jahren haben sich die beiden dann einen Dethleffs Globebus gekauft. Er ist sieben Meter lang, 2,30 Meter breit und rund drei Meter hoch, Urlaub im Kleinformat also. Aber Peis erklärt die Vorzüge: „Wir genießen es sehr, selbst zu entscheiden, wo man hinfährt, wo man Pause macht, was man kocht oder ob man zum Essen geht.“

1900 Kilometer in fünf Wochen

Im vergangenen April fuhr das Ehepaar 1900 Kilometer über Südfrankreich in die Schweiz und wieder zurück, innerhalb von fünf Wochen: „Früher hab ich immer gedacht, solange kann ich nicht wegfahren“, sagt der Bürgermeister, aber: „Da geht die Gemeinde auch nicht unter.“

Auf der Reise stoppten sie in Nizza, Cannes, Antibes und St. Tropez. Dort schauten sie sich Ausstellungen mit moderner Kunst an, sagt Peis, selbst leidenschaftlicher Hobbykünstler und Maler. E-Bikes hatte das Ehepaar auch dabei und erkundete so die Gegend: „In Tschechien sind wir schon mal 60 bis 70 Kilometer pro Tag gefahren, aber ich hatte im Februar einen Skiunfall, deswegen ging das diesmal nicht.“

Offenes Lagerfeuer darf man nur in Tschechien machen

Hans Peis’ Highlight war St.  Tropez: „Da waren wir auf einem recht luxuriösen Campingplatz am Berg mit Blick aufs Meer. Außerdem gab es eine richtige Poollandschaft und Saunen.“ Mit Gaskocher und Grillen am Lagerfeuer hat das nur noch wenig zu tun. Letzteres sei ohnehin auf den meisten Campingplätzen in Europa verboten, sagt Peis: „Nur in Tschechien darf man ein offenes Lagerfeuer machen. Dafür sind die Plätze nicht so toll.“

Im Wohnmobil fühlt sich das Ehepaar wohl, zwei Längsbetten sind drin, über den Fahrersitzen gibt es ein Hochbett. Außerdem gibt es Dusche, Sitzgruppe und Küche in Miniaturausgabe. „Bei uns ist es fifty-fifty, dass wir zum Essen gehen oder selbst kochen“, sagt Hans Peis. Das entscheide eher seine Frau: „Ich helfe zwar beim Kochen mit, aber das meiste macht schon sie.“ Vor allem in der Schweiz und Südfrankreich lohnt sich die Campingküche: „Da kostet ein Schnitzel schon mal 28 bis 30 Euro.“ Helga Peis kocht dann lieber Fisch oder Fleisch mit Gemüse. Dafür kümmert sich ihr Mann um die Reiseplanung.

„Da hatte ich vergessen zu tanken, und dann kam sogar die Polizei.“

Die beiden haben schon einige Campingplätze gesehen. In den 90er Jahren reiste das Paar mit Familie vor allem nach Italien – an den Gardasee, nach Rom oder durch die Toskana. Hans Peis erinnert sich an eine Panne auf der Autobahn bei Florenz: „Da hatte ich vergessen zu tanken, und dann kam sogar die Polizei.“ Seitdem schaue seine Frau immer genau, ob das Reisemobil vollgetankt ist.

Mit dem Enkel war das Ehepaar schon in Dänemark und auf Usedom: „Wir sind die wunderbaren Küsten entlang gefahren und haben uns auch Skulpturen aus Sand angeschaut“, erzählt Hans Peis.

Im März 2020 tritt der 67-Jährige nicht mehr als Bürgermeister an. Dafür plant er für Mai eine Reise nach Portugal, natürlich mit dem Globebus: „Ich würde gerne sechs Wochen fahren, meine Frau zwischen drei und vier Wochen.“,Noch sind sich die beiden nicht ganz einig. Nur eines ist klar: „Ein Hotelzimmer kommt für uns nicht so schnell in Frage.“

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