Mehrere Verhandlungsrunden

HAP in Penzberg: Einigung erzielt

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Das Werk wird im Juni 2020 geschlossen.
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Für die rund 600 Mitarbeiter des Penzberger HAP-Werks, das komplett geschlossen wird, ist eine Einigung erzielt worden. Mehrere Verhandlungsrunden waren nötig.

PenzbergMehrere Stunden liefen die jüngsten Verhandlungen. Am Montagabend hatten sie begonnen, im Morgengrauen am Dienstag endeten sie. Der Hörmann-Konzern teilte am Nachmittag mit, dass Geschäftsführung, IG Metall und Betriebsrat eine Einigung über Sozialplan und Interessensausgleich erzielt hätten. Die Belegschaft wurde darüber am Dienstagmittag informiert.

Die Einigung kam in letzter Minute. Die Gewerkschaft hatte angedroht, die Gespräche abzubrechen, falls das Unternehmen keine verbindlichen Zusagen zu den Sozialplankosten und deren Absicherung macht. Ein unausgesprochenes Druckmittel: Das Unternehmen braucht die Mitarbeiter, weil das Werk – es soll im Juni 2020 geschlossen werden – derzeit unter Volllast läuft, um die Aufträge abzuarbeiten.

In der Hörmann-Mitteilung wurde am Dienstag Johann Schmid-Davis, Chief Financial Officer von „Hörmann Industries“, zitiert: „An unseren klaren und verbindlichen Zusagen hat sich nichts geändert, wir haben diese nur konkretisiert. Wir freuen uns, dass wir nun gemeinsam zu einem guten Abschluss gekommen sind.“ Die bereits am 11. April bekannt gegebene Zusage der Geschäftsführung zur Finanzierung des Sozialpakets mit einem Volumen von rund 20 Millionen Euro sei erneut bestätigt und nun festgelegt worden. „Wir stehen zu unserem Wort und zu unseren Zusagen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, wird Konzernchef Michael Radke zitiert. Die Finanzierung des Sozialplans für die HAP-Mitarbeiter sei abgesichert. Die Gesellschafter, heißt es weiter, hätten „durch die Bereitstellung von zusätzlichen Sicherheiten einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Absicherung der Abfindungszahlungen an die Mitarbeiter geleistet“.

Laut Unternehmen leistet der Abschluss „einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt des Betriebsfriedens“. Zitiert wird in der Mitteilung auch HAP-Geschäftsführer Peter Vandecruys: „Wir vertrauen auf die zuverlässige Arbeitsleistung der Mitarbeiter, die trotz des drohenden Verlustes ihrer Arbeitsplätze auch weiterhin ihr Bestes geben, um die Belieferung der Kunden aufrecht zu erhalten. Gemeinsam bringen wir dies mit der gewohnten Qualität bis zur Betriebsstilllegung zu Ende.“

Am Dienstagabend erläuterten in einem Pressegespräch auch Gewerkschaft und Betriebsrat die Einigung. (Bericht folgt)

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