- VonRegina Mittermeierschließen
Wissenschaftler und TV-Moderator Harald Lesch hat für die ZDF-Dokureihe „Terra X“ auf dem Domberg in Freising gedreht. Die Episoden werden wohl im Herbst ausgestrahlt.
Freising – Ihn ziehe es nicht in die Ferne, er sei vielmehr ein Freund von Idylle. Das sagt Harald Lesch und
greift in eine große runde Dose Gummibärchen. Der Wissenschaftler und TV-Moderator sitzt in einem Zimmer an einem Seitengang des Doms. Und Idylle, sagt der 60-Jährige und lehnt sich in seinem Stuhl zurück, finde er an zwei Orten: in Eichstätt an der Altmühl, „dem langsamsten Fluss“, und in Freising.
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In der Domstadt filmt Harald Lesch Mitte Juli für die ZDF-Dokureihe „Terra X“. Am späten Nachmittag, nachdem seine letzte Szene für diesen Tag im Kasten ist, nimmt er sich Zeit für ein Gespräch über seine Arbeit. In zwei Episoden, die wohl im Herbst ausgestrahlt werden, sprich er über Astrophysik. Über Albert Einstein und den belgischen Priester und Forscher Georges Lemaître. Dieser gilt als Begründer der Urknalltheorie. „Für Einstein war das Universum unendlich, ohne Anfang und Ende“, sagt Harald Lesch und nimmt zwei Gummibärchen – sie gehören für ihn zu jedem Dreh dazu. Daher, so erzählt der Wissenschaftler, hat Einstein Lemaîtres Theorie zunächst abgelehnt. Erst als der US-Astronom Edwin Hubble 1929 beobachtete, dass sich das Universum ausdehnt, hat Albert Einstein an den Urknall geglaubt.
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Solch komplexe physikalische Zusammenhänge erklärt Lesch in seinem TV-Wissenschaftsmagazin „Leschs Kosmos“ und zweimal im Jahr in der „Terra X“-Reihe „Faszination Universum“. Lesch will Wissenschaft jedem verständlich machen. Schon in seiner Studentenzeit, als er in einer Kneipe arbeitete, habe er Menschen – „auch auf Bierdeckeln“ – erklärt, was er in der Universität lernte. Das sei nicht schwer, sagt er. „Man muss es nur wollen.“
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Eine Kulisse für „Faszination Universum“ ist diesmal die Rosenterrasse auf dem Freisinger Domberg. Tags darauf dreht das Fernseh-Team am Staudengarten in Weihenstephan. Neben Harald Lesch schwitzen auch die Schauspieler, die Einstein und Lemaître verkörpern, in der heißen Juli-Luft vor der Kamera.
Lesch kennt Freising. Der gebürtige Hesse ist nicht nur aus dem Fernsehen bekannt. Er ist auch Professor für Physik an de Ludwig-Maximilians-Universität und hat unterrichtet für Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie München. Von dort fährt er immer wieder in die Domstadt, sagt Harald Lesch. „Es ist ein schöner Platz.“
