VonFlorian Prommerschließen
Auch das Haus Gottes braucht eine Nummer: Deswegen hat die Holzkirchner Bereitschaft des BRK ein Hausnummern für die St.-Josef-Kirche gespendet. Ein symbolischer Akt mit sehr ernstem Hintergrund.
Holzkirchen – Es hat mittlerweile Tradition. Wenn in der Marktgemeinde ein Gebäude eingeweiht oder eröffnet wird, spendet die Holzkirchner Bereitschaft des Bayerischen Roten Kreuz (BRK) das passende Schild samt Hausnummer. So verhalfen die Ehrenamtlichen zuvor schon der örtlichen Polizeiinspektion und dem Bahnhofsgebäude zu einer vollständigen und vor allem sichtbaren Adresse. Zuletzt verpasste das BRK dem neuen Gotteshaus im Ort eine Nummer: der frischgeweihten St.-Josef-Kirche.
Das blaue Email-Schild mit der weißen 14 übergab Thomas Verhasselt, Bereitschaftsarzt beim BRK, an Pfarrer Gottfried Doll bereits am Tag der Weihe der Holzkirche. Aufgehängt hat es der Geistliche bislang allerdings nicht. „Wir haben noch keinen Platz gefunden, wo wir es aufhängen“, erklärt Doll im Gespräch mit unserer Zeitung. Geschuldet sei das jedoch auch dem enggetakteten Terminkalender. Erst die Weihe der St. Josef, dann direkt Ostern. In der nächsten Pfarrgemeinderatssitzung, verspricht Pfarrer Doll, soll die Entscheidung über einen Stand- beziehungsweise genauer gesagt Hängeort für das Schild aber fallen.
„Dann finden hoffentlich möglichst viele den Weg in die neue Kirche und der Heilige Geist fliegt auch nicht vorbei“, scherzt Verhasselt, verdeutlicht aber sogleich: Die BRK-Hausnummern-Spende dient nicht nur einem symbolischen Zweck, sondern hat einen sehr ernsten Hintergrund. „Wir wollen darauf hinweisen, wie wichtig die Schilder sind“, sagt der Mediziner. Im Notfall zählt jede Minute. Zeit, um nach der richtigen Adresse zu suchen, haben die Einsatzkräfte nicht. Umso wichtiger sei es, überhaupt ein Schild zu haben und es noch dazu gut sichtbar anzubringen.
Daran hapert’s laut Verhasselt nämlich immer wieder. Gerade in Neubaugebieten sei das ein Problem. Eines, das sich aber eigentlich verhindern ließe. Denn wie die Hausnummer auszusehen hat und wo sie zu montieren ist, regelt in Holzkirchen eine entsprechende Satzung. Die Krux: „Die kennt kein Mensch und da hält sich somit auch kaum jemand dran“, konstatiert Verhasselt schulterzuckend.
Statt das Schild mit weißer Schrift auf blauem Grund aufzuhängen, würden Hausbesitzer die Ziffern teils in grauer Farbe auf eine dunkelgraue Wand schreiben oder sie aus Brezelteig basteln, bemängelt Verhasselt: „Das Auge weiß nicht, wonach es suchen muss.“
Auch Pfarrer Doll weiß aus eigener Erfahrung, wie er sagt, wie mühsam es sein kann, auf dem Weg zu einer Krankensalbung etwa, nach der Hausnummer suchen zu müssen. Er und die St.-Josef-Kirche gehen daher künftig mit gutem Beispiel voran. Allein schon aus rein praktischen Gründen, wie der Geistliche schmunzelnd erzählt. Erst kürzlich habe sich ein Reisebus im schmalen Pfarrweg verirrt. Dort hat das Pfarrbüro seine Anschrift. Die Reisegruppe wollte eigentlich zur Kirche in der St.-Josef-Straße und sich den Neubau anschauen. Dank des neuen Schildes, so Dolls Hoffnung, finden die Besuchergruppen den Weg zur Kirche leichter – und den Parkplatz nebenan.
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fp
